

Der Flug ist gebucht und das Velo angemeldet.


Der Flug ist gebucht und das Velo angemeldet.
Schau dir mal diese Collection bei komoot an – ich glaube, die könnte dir gefallen. „Singapur – Chiang Mai “ https://www.komoot.com/de-de/collection/3177179/-singapur-chiang-mai
Nach dem Frühstück verpackte ich als erstes meinen Jaguar in der gestern gekauften Kartonschachtel. In der Schachtel lagen noch viele Schaumstoffstücke, die ich sehr gut zur Polsterung und zum Schutz der Veloteile verwenden konnte. Anschliessend hiess es, ab in den Hotelpool. Der Rücken schmerzt immer noch. Sehr wahrscheinlich habe ich mir den Ischiasnerv eingeklemmt, dies verursacht durch das Tragen der Kartonschachtel vom Velohändler zum Hotel. Man(n) wird nicht jünger 😞. Die Rückenscherzen gaben mir den Grund dafür, mir eine Massage zu gönnen. Am Abend bin ich zum Night Bazaar, dieser ist zu Fuss eine Viertelstunde vom Hotel entfernt. Dort gibt es alles zu kaufen. Von getrockneten Insekten bis… – einfach alles. Natürlich hat man auch eine riesengrosse Auswahl an Möglichkeiten, gut zu essen. So ist auch dieser zweitletzte Tag in Thailand zu Ende gegangen.






Bescheidene 27 Kilometer waren es heute. Nun habe habe ich mein Ziel erreicht und beende die Veloreise hier. Es waren 3107 Kilometer in 45 Etappen. Ich sass 177 Stunden auf dem Sattel und habe dabei 6490 Höhenmeter überwunden. Es war eine super Zeit, ohne Unfall, mit einem Umfallen am malayschen Zoll und einem platten Vorderreifen in Thailand. Ich war schon um 10 Uhr beim Hotel, aber das Zimmer war noch nicht frei. Also nutzte ich die Zeit, um eine Velo-Kartonschachtel für den Transport nach Hause zu organisieren. Beim dritten Bike-Shop wurde ich fündig. Weil ich eine grosse Schachtel brauche und es die einzige war, die er hatte, wollte er dafür 800 Bath (20.- CHF). Was sollˋs, er weiss auch, dass ich genau diese brauche. Dafür habe ich jetzt Rückenschmerzen vom Tragen der Schachtel zum Hotel. Es ist auch ein unsäglich unhandliches Ding. Das wird morgen eine Thai-Massage geben 😉. Nachdem ich die Räder und einige andere Teile vom „Jaguar“ demontiert hatte, stellte ich ihn mal probehalber in die Schachtel und es passte zum Glück. Nun stand dem Buchen des Heimflugs nichts mehr im Wege. Er ist 1/3 billiger als der Hinflug- super! Morgen werde ich Chiang Mai besichtigen, ich hoffe, meinem Rücken geht es bis dahin besser.








Die letzte längere Etappe meiner Südostasien-Reise war mit 570 Höhenmetern ziemlich anstrengend. Um diese 570 Höhenmeter zu fahren, musste ich auf den Super Highway 11. Was daran super sein sollte, konnte ich nicht erkennen. Vielleicht dass er in jede Richtung dreispurig geführt wird. Die langsamen Fahrzeuge müssen die Spur ganz links benutzen. Bei bis 7% Steigung waren einige Fahrzeuge nicht wesentlich schneller als ich mit dem beladenen Reisevelo. Bergab habe ich sogar einen Lastwagen überholt 😉. Auf dem Pass verläuft die Grenze zwischen den Provinzen Lampang und Lamphun. Man hat es direkt gesehen, die Strasse auf der Seite Lamphun wurde sofort merklich besser. Auch hat sich die Landschaft geändert, es ist hügeliger und hat mehr Urwald. Lamphun besitzt den größten Industriepark im Norden Thailands. Das Handwerk ist geprägt von Baumwollweberei, Silberverarbeitung und der Herstellung von Seidenstoffen. Auch Landwirtschaft und insbesondere Obstplantagen spielen eine erhebliche Rolle. Sonst ist die Stadt Lamphun nichts Besonderes.







Der Tag hat gut angefangen. Nach 5 Minuten Fahrt standen auf einer Brücke vier Velofahrer. Als ich näher kam, winkten sie mich zu sich. Es waren zwei thailändische Paare in meinem Alter, die dort eine Verpflegungspause machten. Nach dem „Woher&wohin?“ boten sie mir von ihrem Proviant an. Der in Bananenblätter eingewickelte Reis war sehr lecker. Nach 30 Kilometer musste ich heute wieder auf den Asien Highway 2. Die ganze Strecke auf Nebenstrassen zurückzulegen war nicht möglich, ich hätte viel mehr Zeit benötigt. 200 Höhenmeter waren auch noch zu überwinden, wobei die Steigungen nie über 4% betrugen. Auf den letzten 25 Kilometern hat es mich nochmals kräftig verregnet. Somit kam meine neue Regenjacke, die ich in Bangkok gekauft hatte, doch noch zum Einsatz. Im Hotel in Lampang angekommen, dachte ich, das kommt mir bekannt vor. Und tatsächlich: 2013 waren Regi und ich auf einer Thailand-Rundreise bereits im gleichen River Hotel.








Heute hat sich die Sonne während der ganzen Fahrt hinter Wolken versteckt. Dadurch waren die Temperaturen mit knapp 30 Grad ideal zu Velofahren. Es waren auch noch 200 Höhenmeter zu überwinden. Die Fahrt führte zuerst dem Fluss Mae Nam Ping entlang bis zur Abzweigung zum Bhumibol Dam. Sie ist nach dem vormaligen König von Thailand benannt. Die Talsperre ist für die Erzeugung von Elektrizität und der Regulierung des Flusses gebaut worden. Die Talsperre ist 154 Meter hoch und die Kronenlänge beträgt 486 Meter. Weiter ging die Fahrt durch ein sehr ländlich geprägtes Thailand, durch kleine Dörfer und Urwald. Die grossen Reisfelder sind verschwunden, es hat nur noch kleinere Reis- und Maisfelder und oft sieht man Rinder beim Grasen. Auch hat es Longan-Plantagen. Die Longan-Frucht wird frisch in Suppen oder als Nachspeisse verwendet. Aus in der Sonne getrockneten Früchten wird auch Limonade hergestellt. Heute übernachte ich in einem Homestay, es liegt irgendwo in der Pampa, so abgelegen von grösseren Orten war ich auf der ganzen Reise noch nie. Aber die Besitzer sind sehr nett, und ich habe die Möglichkeit, hier zu essen. Jetzt beim Schreiben vor meiner Unterkunft hört man nur das Singen der Vögel aus der Umgebung. Man meint, mitten im Dschungel zu sein.








Im Vergleich zu gestern bin ich heute nur auf Nebenstrassen gefahren. Das ist viel angenehmer als auf dem Highway. Kein Verkehr und man sieht viel mehr was links und rechts der Strasse passiert. Heute brauchte ich ein paar Mal die kleinsten Gänge meines Pinion Getriebes. Vor Tak hat es ein paar kurze Anstiege. Wieder einmal kreuzte ein Waran vor mir die Strasse und wie immer kam ich nicht dazu ein Foto zu machen 😢. Nach Kamphaeng Phet wird nicht ausschliesslich Reis angebaut. Mais, Bananen, Chinaschilf und andere Felder wechseln sich ab. Beim Mais sieht man ganz unterschiedliche Reifestände. Auf einigen Feldern wurde erst angesät, bei anderen schon geerntet. Wenn es fast keine spürbare Jahreszeiten gibt, kann auch das ganze Jahr angepflanzt und geerntet werden. Zum ersten Mal sah ich auf einer umzäunten Wiese eine Herde Wasserbüffel. Als ich angehalten habe um zu fotografieren, schauten alle ziemlich grimmig zu mir. Ich dachte: „Bleibt bloss, wo ihr seid!“
Das Nachtessen habe ich auf einem Strassenmarkt in Tak zu mir genommen. Viele Thais kaufen sich dort ihr Nachtessen. Meist haben die Strassenhändler hinter ihrem Stand ein paar Tische und Stühle, damit man auch gleich dort essen kann. Für das Bier musste ich kurz über die Strasse in ein 7-Eleven Laden. Aber fein war das Essen (Fisch) für umgerechnet 4.20 CHF.









Weil das einzige Hotel, das mir passte, 101 Kilometer von Nakhon Savat entfernt liegt, musste ich die ganze Strecke auf dem Asian Highway 2 zurücklegen. Die Fahrt war nicht so interessant, aber ich habe zügig Kilometer zurückgelegt. An einer Stelle, bei der ich eine Pause machte, wurde an einem Pick-Up Truck vor Ort ein Radlager gewechselt. Pick-Up Trucks werden tiefer gelegt, breitere Reifen montiert und mit der Nutzlast nimmt man es auch nicht so genau. Somit verwundert es nicht, dass die Radlager diesen Kräften nicht mehr gewachsen sind. Auch werden die Motoren immer laufen gelassen, damit es schön kühl im Fahrzeug bleibt. Gestern als ich zum Nachtessen ging, fuhr ein SUV auf den Parkplatz. Die Insassen stiegen aus, der Motor jedoch wurde laufen gelassen. Eine Stunde später stand das Auto immer noch mit laufendem Motor und Klimaanlage dort. Bei uns wird die Start / Stop-Automatik aktiviert, sobald wir für 15 Sekunden an einer roten Ampel stehen müssen. Andere Länder – andere Sitten.







Die Landschaft wird wieder etwas abwechslungsreicher, denn es hat nicht nur Reisfelder. Zum Start musste ich den Chao Prhaya überqueren, erst da ist die Breite des Flusses sichtbar geworden. Zweimal bin ich an riesigen Fabriken vorbei gefahren, in denen Reis verarbeitet wird. Zweimal wurde ich auch von anderen Radreisenden überholt. Das erste Mal von einem jungen Paar aus Amerika. Sie sind in Bangkok gestartet und fahren bis Chang Rai und weiter der Laotischen Grenze entlang zurück nach Bangkok. Der zweite war Ben, auch ein Amerikaner, 60 Jahre alt. Er sei schon in der Schweiz am Berninapass gewesen und habe dort einen Kurs der REGA gegeben über das Lawinensprengen. Er sei bis jetzt Patrouleur in einem Skigebiet gewesen und nun habe er genug und gehe auf Reisen. Alle drei waren als Bikepacker mit Gravel-Bikes unterwegs mit minimalem Gepäck. Da hatte ich keine Chance mit dem Tempo mithalten zu können. Aber kein Problem, es ist ja eine Reise und kein Race.







Dies war eine leichte Etappe ohne Steigungen und mit nur wenig Wind. Die ganze Strecke war ich auf Nebenstrassen unterwegs. Heute habe ich zwei Warane gesehen, einer ging vor mir über die Strasse. Der Waran war sicher zwei Meter lang. Aber bis ich ein Foto hätte machen können, war er schon im Gebüsch am Strassenrand verschwunden. Wieder lag eine Schlange auf meiner Fahrradspur. Zum Schluss hüpfte noch ein Frosch über den Hotel Parkplatz. Ich habe ein cooles Hotel ausgewählt. Es liegt am Fluss Chao Phraya, er ist neben dem Mekong der grösste Fluss Thailands. Das Hotel hat etwas von einem Freizeitpark mit viel Grün und künstlichen Felsen, Baumstämmen und allem Möglichem. Die Anlage ist schön und liebevoll gestaltet. Das Nachtessen habe ich auf der Hotelterasse über dem Chao Phraya genossen. Ein perfekter Tag würde ich sagen.








Die Landschaft hat sich auf meiner Reise seit gestern nicht wesentlich verändert. Grosse Reisfelder dominieren die Landschaft. Was zugenommen hat, ist die Anzahl an Tempeln. Für mich sehen sie alle ähnlich aus. Ich weiss von der letzten Thailandreise mit unserem geschichtsstudierten Guide, dass die Haare und Kopfform etwas über die Dynastie der Buddhastatue aussagen. Sing Buri Stadt hat circa 60´000 Einwohner. Die Provinz Sing Buri hat über 200’ 000 Einwohner. 88% der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt. Das sieht man an den riesigen Reisfeldern.







Heute aus der Grosstadt Bangkok hinauszufahren war kein Vergleich zur Fahrt stadteinwärts vor drei Tagen. Es war richtig entspannt, das lag wahrscheinlich auch daran, dass es Samstag in der Früh war. Der grösste Teil der Strecke führte Wasserkanälen entlang, dadurch war die Landschaft mehr oder weniger die gleiche. Nach der Hälfte der Strecke standen parallel zur Strasse alle 50 Meter neue, um die 20 Meter hohe Betonpfeiler. An einer Infotafel wurde informiert, dass hier das Thai-Chinese High-speed Rail Project entsteht, dies offensichtlich mit finanzieller Hilfe der Volksrepublik China. Unterwegs traf ich zwei Veloreisende. Der eine war Ire, in Irland gestartet und schon zweieinhalb Jahre unterwegs, der andere war Thai und etwa in meinem Alter. Er ist gestern von Bangkok nach Ayutthaya gefahren und fährt heute wieder zurück. Der Thai machte mich darauf aufmerksam, dass unsere Fahrräder beide die Pinion-Schaltung hätten. Es war das erste Fahrrad in Thailand mit Pinion-Schaltung, das ich gesehen habe. Er meinte, Thailand besitze nur drei Jahreszeiten: Hot, hotter und hottest 😀. Ayutthaya ist bekannt durch seine vielen Tempelanlagen und ist UNESCO-Welterbe. Die Stadt lag im 14. Jahrhundert nahe der Küste. Durch die Jahrhunderte dauernde Sedimentbildung der drei Flüsse, welche durch und um die Stadt führen, liegt Ayutthaya heute 100 Kilometer von der Küste entfernt.







Heute bekam mein „Jaguar“ ein paar Streicheleinheiten. Reinigen mit den in Malaysia gekauften „Feuchtetücher für Autos“ und prüfen des Luftdrucks der Reifen, vor allem im Vorderreifen nach dem Plattfuss vor vier Tagen. Danach besichtigte ich den Grossen Palast. Der Grand Palace war bis 1946 die offizielle Residenz der Könige von Siam. Natürlich war ich nicht alleine dort. Gefühlt 10000 Chinesische Touristen-Gruppen waren auch dort. Und sie sind so laut – unglaublich. Es kam mir auch respektlos vor. Andere Länder – andere Sitten. Nach dem Besuch des Palastes bin ich noch durch das Quartier ums Hotel gestreift. Nach dem ganzen Prunk und Pomp fällt einem das Elend und der Schmutz, in dem einige Menschen auf der Strasse leben, als Kontrast erst so richtig auf. Am Tag wird auf den Trottoirs alles verkauft. Vom einzelnen Bügel einer Brille bis zum alten Sex-Heftli, einfach alles, was man sich nur vorstellen kann. Am Abend machen die Strassenhändler den Strassenküchen Platz. Und bei diesen isst man wirklich fein.









Ich weiss nicht, was anstrengender ist, ein Tag auf dem Velo oder ein Tag als Tourist in Bangkok. Zuerst wollte ich den Grossen Palast besichtigen, der nur fünf Minuten von meinem Hotel entfernt liegt. Er war einst die Residenz der thailändischen Königsfamile und besteht aus über 100 Gebäudekomplexen. Man(n) wird nur in langen Hosen hinein gelassen. Da habe ich mich entschlossen, ins Zentrum Bangkoks zu fahren. Ich habe mich mit einem Tuk Tuk chauffieren lassen. Zuerst musste ich eine neue Regenjacke kaufen. Die alte hat die sintflutartigen Niederschläge nicht überlebt. Zurück zum Hotel bin ich zu Fuss gegangenen. Für die Strecke brauchte ich über eine Stunde. Aber man entdeckt so viel, wenn man zu Fuss unterwegs ist. Natürlich auch Unschönes, wie arme, gestrandete Menschen, man sieht einfach das ganze Spektrum einer Stadt. Auf dem Weg besuchte ich noch den Wat Saket Golden Mount, ein buddhistischer Tempel. Im Hotel angekommen genoss ich dann den Hotel Pool. Ein Restaurant oder eine Strassenküche zum Nachtessen zu finden, ist hier im Quartier kein Problem. Ich habe in Thailand und Malaysia immer gut gegessen, auch wenn ich nicht immer wusste, was alles auf dem Teller lag.









Nach 2326 Kilometer durch Singapur, Malaysia und Thailand habe ich heute Bangkok erreicht. Zu Beginn der heutigen Etappe bin ich 20 Kilometer aus der Stadt Ban Pong herausgefahren, um dann wieder die letzten 20 Kilometer in die Stadt Bangkok hinein zu fahren. Der Verkehr ist schon hektischer in Bangkok als im Rest von Thailand. Eine Herausforderung war es jeweils, an einer Verzweigung von der ganz linken Spur über drei oder vier Spuren nach rechts zu wechseln. Aber im Grossen und Ganzen wird eher defensiv gefahren. Mein Hotel liegt im historischen Bezirk Prah Nakhon. In die City sind es etwa fünf Kilometer. Am Nachmittag bin ich mit dem Bus noch ins Zentrum gefahren. Zurück hätte ich ebensogut laufen können. Ich hätte nur unwesentlich mehr Zeit benötigt. Der Grund war die Rush Hour. In Bangkok haben die Busse keine eigene Spur, wie zum Teil bei uns.







Noch am Vorabend habe ich die heutige Etappe umgeplant. Damit ich nicht den grössten Teil auf der AH2 zu fahren habe, bin ich auf Nebenstrassen ausgewichen. Dies hatte aber zur Folge, dass ich 10 Kilometer mehr Strecke zurücklegen musste. In Ratchaburi fühlte sich das Fahren plötzlich seltsam an. Und siehe da, ich entdeckte einen Plattfuss vorne. Ich habe noch nie so geschwitzt bei einer Reparatur eines platten Reifens. Es hatte über 30° und ich fand keinen Schatten in der Nähe. Bei der Kontrolle des Reifens fand ich zwei ganz feine, aber fiese Dornen, die im Reifen steckten. Nach dem Duschen und Waschen der Kleider durfte ich auch noch den defekten Schlauch flicken. So habe ich wieder einen zweiten Reserve-Schlauch. Jetzt bin ich noch eine Tagesetappe von Bangkok entfernt. Ich bin gespannt, wie die Fahrt in die Millionenstadt mit dem Velo verlaufen wird.




Nach dem gestrigen Ruhetag bin ich heute nach einem Frühstück vom Hotel mit vollen „Batterien“ Richtung Norden gestartet. Nach 20 Kilometern habe ich die Küste und das Meer verlassen. Ab jetzt bin ich nur noch im Landesinneren unterwegs. Nun sind auch schon die ersten Schilder sichtbar, die nach Bangkok weisen. Ich bin auf dem AH2 „Asian Highway 2“ unterwegs. Dieser AH2 führt von Denpasar in Indonesien bis ins 13´177 Kilometer entfernte Khosravi im Iran. Also ich könnte noch eine Zeitlang unterwegs sein, wenn ich wollte. Das Klima hat sich gegenüber jenem an der Küste merklich verändert. Es ist heisser geworden, aber mit einer weniger hohen Luftfeuchte als in Malaysia. Ich habe eben im Internet gelesen, dass Bangkok die temperaturmässig heisseste Stadt der Welt sei. Das heisst für mich, am Morgen in der Früh unterwegs zu sein.







Cha-Am ist ein bekannter Touristenort in Thailand. Durch eine Strasse vom Strand getrennt liegen viele Restaurants, Bars und Hotels. Mein Tag fand vor allem am Strand statt. Für umgerechnet 2.50 CHF habe ich mir einen Liegestuhl unter einem Sonnenschirm gemietet. Zum Mittagessen gab es eine frische Ananas von einer Strassenhändlerin. Sie wollte wissen, woher ich komme und wie lange ich in Cha-Am bleiben werde. Als ich ihr erklärte, dass ich nur einen Tag hier bleiben werde und dann mit dem Velo weiter Richtung Bangkok fahre, hat sie mir noch drei Bananen geschenkt. Die geben Kraft meinte sie, sehr nett von ihr. Oder hatte sie wohl Mitleid mit mir?




Kein Regen, kein bösartiger Gegenwind und somit ein perfekter Tag zum Radfahren. Vorsichtshalber habe ich gestern meine heutige Strecke weiter ins Landesinnere verlegt, weg von der Küste. Und tatsächlich, ich hatte praktisch keinen Wind. Nach 40 Kilometern habe ich Hua Hin erreicht. Die Stadt hat 65’000 Einwohner und ist als älteste Sommerresidenz der Königsfamilie und somit einer der wichtigsten Touristenorte Thailands. Die Stadt mit ihrem Verkehr hat mir einen Vorgeschmack gegeben, was mich in Bangkok erwarten wird. Im Hotel angekommen habe ich mich dazu entschlossen, morgen einen Ruhetag einzulegen. Im Ort hat es viele Restaurants und Bars und das Meer lädt zum Baden ein. Also nutze ich die Gelegenheit und geniesse das Nichtstun.








Dieser Tag hat angefangen wie der gestrige geendet hat, nämlich mit kräftigem Gegenwind. Nach ca. 8 Kilometern musste ich über einen Damm fahren, der etwa zwei Kilometer lang war und dort blies der Wind von der Seite. Durch die Fahrradtaschen am Velo bekommt der Wind so viel Angriffsfläche, dass ich acht geben musste, nicht von der Strasse geweht zu werden. Zum Glück verlief meine Etappe ein paar Kilometer auf dem Highway 4. Dort ist man dem Wind weniger ausgesetzt und die an einem vorbeifahrenden Autos und Lastwagen erzeugen einen Sog, der einen zieht. Die Landschaft war recht abwechslungsreich. Nach dem Khao Sam Roi Yot Nationalpark mit Höhlen, Bootsfahrten und verschiedenen Möglichkeiten, die Natur zu entdecken, kam eine riesige Ebene mit Garnelenfarmen. Dort war der Wind besonders heftig, da es keine Bäume oder Hecken hat, die den Wind bremsen könnten. Zum Teil fuhr ich nur noch mit 8km/ h. In Sam Roi Yot angekommen, habe mir nach dem Einchecken in der Unterkunft ein Bier geholt und mich erstmals am Strand in eine Hängematte gelegt.







Nach fünf Stunden auf dem Velo, ist Beine hochlagern angesagt
Auf einem Weg, auf dem ich mich schon zu fragen begann, ob ich überhaupt noch auf der richtigen Strecke fahre, kam mir ein Paar auf Fahrrädern entgegen. Es waren Belgier, sie 65 und er 64 Jahre alt. Sie sind in Bangkok gestartet und fahren einfach einmal Richtung Süden, dann geht’s mit dem Zug zurück nach Bangkok. Vielleicht reisen sie dann noch nach Kambodscha. Ihre Fahrräder haben sie in Bangkok gekauft und meinten, ich sei schon professionell ausgerüstet 😉 . Da haben sie wohl recht. Ich hätte mich nie getraut, einfach ein Velo in Thailand zu kaufen und davon ausgehen, es passe und komme schon gut. Eine Stunde nach dem Treffen mit dem Paar führte mich mein Navi wirklich in den Dschungel. Plötzlich lag nur noch ein Wanderweg vor mir, da bin ich doch umgekehrt und habe mir eine andere Strecke gesucht. Aber das Navi macht ja nur, was man auch plant. Die ganze Strecke hatte ich Gegenwind, es war sehr kräftezehrend. Beim Hotel angekommen meinte die Hotelbesitzerin, es winde in den letzten Tagen schon viel und stark. Da konnte ich ihr nur zustimmen. Das Hotel ist alt, aber sehr liebevoll restauriert und speziell.





Die heutige Route glich ziemlich der gestrigen, aber ich hatte keinen Regen 🙂 . Im Landesinneren gab’s ein Auf und Ab, an der Küste entlang dafür Wind. Die Surfer und Kiter würde es freuen, ich jedoch hatte das Pech, dass der Wind mir immer entgegen blies. Heute bin ich den 30. Tag auf dem Velo. In dieser Zeit habe ich 1890 Kilometer zurückgelegt, 4630 Höhenmeter bezwungen und bin 107 Stunden auf dem Velo gesessen. Als ich die erste Streckenplanung machte, ging ich davon aus, nach fünf bis sieben Tagen einen Ruhetag einzulegen. Ich plante jedoch längere Etappen. So wie ich es jetzt mache, also 50 bis 80 Kilometer pro Tag, bin ich meist gegen 14:00 Uhr am Tagesziel und habe genug Zeit, um mich zu erholen. Hinzu kommt, nicht an jedem Ort, an welchem ich übernachtet habe, hätte ich Lust gehabt, einen weiteren Tag zu verbringen. Die Orte waren zum Teil recht klein und abgelegen. Anders ist es in grösseren Städten oder jetzt am Meer, da kann man immer etwas unternehmen.







Von Chuhpon nach Ban Muang Thao, 60km
Die heutige Etappe war nicht ohne. Nicht wegen der Länge der Etappe. Zu den 350 Höhenmetern kam auf der Hälfte der Strecke ein mühsamer Gegenwind hinzu. Die ganze Strecke legte ich auf gut ausgebauten Nebenstrassen mit wenig Verkehr zurück. Am „Hotel“ PhuPha-NaLay Cafe’n Camping angekommen, staunte ich nicht schlecht. Die Bungalows bestehen aus umgebauten Eisenbahn-Güterwagen. Diese sind liebevoll um- und ausgebaut. Alles ist vorhanden: Dusche / WC, Klimaanlage, fliessend Wasser & ein Doppelbett. Der Besitzer erzählte voller Stolz, dass er alles selbst gemacht habe – super. Seine Frau meinte, dass in letzter Zeit wirklich schlechtes Wetter herrsche. Es hätten auch bereits Gäste abgesagt. Natürlich kam auch heute die tägliche 10-Minuten Sintflut. Diesmal suchte ich Schutz unter dem Dach einer Strassenküche.









Auf dieser Etappe musst ich nach dem Motto „Wer sein Rad liebt, der schiebt“ meinen „Jaguar“ stossen. Der Grund war ein Anstieg mit über 10% Steigung, da waren 43kg Velo und Gepäck zu viel für mich. Sonst gibt es nicht viel zu berichten. Nach fast 30 Tagen auf dem Velo hat sich eine gewisse Routine beim Tagesablauf eingestellt. Nach dem Aufstehen und Packen nehme ich, wenn es kein Frühstück gibt, einen Kaffee im Zimmer. Meist hat es einen Wasserkocher und Instantkaffee im Zimmer. Vor der Losfahrt checke ich nochmals, ob sich die App Komoot und mein Navi Wahoo synchronisiert haben. Wenn ich noch kein Wasser habe, schaue ich, dass ich so bald als möglich eine 1,5 Liter PET Flasche kaufen kann. Nach dem Einchecken am Ziel reinige ich wenn nötig zuerst mein Velo. Dann heisst’s Kleider waschen und duschen. Nachher buche ich das Hotel für den nächsten Tag, meist über Booking.com. Anschliessend prüfe ich die geplante Route vom folgenden Tag und passe diese falls nötig an. Wenn alles erledigt ist, geht es auf die Gasse und die Suche nach einem Restaurant um Abend zu essen. Während der Fahrt kaufe ich ab und zu ein Snickers oder geröstete Mandeln. Gestärkt zurück im Hotel sehe ich die Fotos vom Tag durch und wähle aus, welche ich behalten will. Zum Schluss kommt das Wichtigste, das Schreiben des Berichts 😉




Heute war wieder Ochsenfrosch-Wetter. Zwei Drittel der Strecke hat es geregnet und wieder war überall das Quacken der Ochsenfrösche zu hören. Etwa vier Mal habe ich die Regenkleider an- und wieder ausgezogen. Nass werde ich zwar auch mit den Regenkleidern, bei 27°C schwitze ich einfach tierisch. Aber die Velokleider darunter werden nicht so schmutzig vom Wasser, das von der Strasse hochspritzt. Nach 3,5 Stunden Fahrt habe ich zum erstmals in Thailand das Meer erreicht, den Golf von Thailand. Leider lud das Wetter und die raue See nicht zu einem Bad darin ein. Von nun an fahre ich auf der Strasse „Thailand Riviera“, sie soll bis 2026 die ganze Küste des Golfs von Thailand abdecken. Diese Nacht bin ich für meine Verhältnisse als Radreisender in einem Luxus Resort, dem Tusita Wellness Resort. Sogar eine Thai Massage habe ich mir gegönnt. Zum Abendessen gab es Fisch mit Reis, den am besten zubereiteten Fisch, den ich je serviert bekommen habe. Ich war wieder einmal der einzige Gast. Manchmal frage ich mich schon, wie das rentieren kann.








Heute hatte ich das Wetter auf meiner Seite. Aber kaum eine Viertelstunde im Hotel und es hat geregnet. Die Stecke heute habe ich zum grössten Teil auf Nebenstrassen zurückgelegt. Es war eindrücklich zu sehen, unter welch einfachen oder gar ärmlichen Bedingungen ein Teil der Bevölkerung lebt. In einem Gebiet, in dem vor allem Palmen wachsen, sind zwei Saläng (Moped mit Seitenwagen) vor mir in die Strasse eingefahren. In den Seitenwagen sassen jeweils ein Mann mit einem dressierten Affen. Die Affen werden für die Kokosnussernte eingesetzt. Einmal meinten ein paar Hunde, sie müssten mich ankläffen und sind mir ein paar Meter bellend nachgerannt. Bis jetzt sind mir Hunde immer aus dem Weg gegangen, Velofahrer trauen sie nicht, so glaube/ hoffe ich. Jetzt habe ich auch herausgefunden, was es mit den künstlichen Seen und den Wasserrädern auf sich hat: Es sind Garnelen-Farmen. Um Surat Thani hat es zahlreiche solcher Farmen und es gab viele Shrimp – Verkaufsstände entlang der Strasse.





Gerade als ich mich parat für die Abfahrt vom Hotel in Sichon machen wollte, brach ein Gewitter los. Also hiess es sich hinsetzen und abwarten, bis der Spuck vorüber ist. Die ersten 15 Kilometer bin ich noch im Regen gefahren, dann wurde es immer heller und es hat aufgehört zu regnen. Heute musste ich in Thailand das erste Mal einen kleinen Pass überwinden (sofern man 100 Höhenmeter einen Pass nennen kann). Leider bin ich ebenfalls zum ersten Mal auf meiner Reise an zwei Autounfällen vorbeigefahren. Beide Fahrzeug lagen im Strassengraben. Ich glaube, bei beiden Unfällen ist niemand zu Schaden gekommen. Nach dem Nachtessen in einem Vietnamesischen Restaurant ist ein pensioniertes Paar aus Israel bei meinem Hotel angekommen. Beide sind auch mit Tout Terrain Velos unterwegs. Beim Velo der Ersu haben sie das Pinion Getriebe ausgebaut und durch einen e-Motor ersetzt. Ein chinesischer Hersteller bietet das an. Sie zieht einen Bike-Trailer mit zwei darauf montierten Solar Panels nach. So kann während der Fahrt immer ein Akku geladen werden. Grund für diesen Aufwand: Sie wollen bis in die Mongolei fahren, wo es wahrscheinlich nicht überall Stromanschlüsse haben wird, um die Akkus zu laden. Es war interessant, sich mit Bikern austauschen zu können, habe ich doch bis anhin keine Weggefährten getroffen.








Der heutige Tag war das Gegenteil vom gestrigen. Ich war nur auf der Strasse 401 unterwegs und es gab nur ein Wetter: Regen. Vom Regen gab es wenigstens zwei Arten, leichter Regen oder Sintflut. Den Einzigen, denen der Regen gefällt, sind die Bull Frogs (Ochsenfrösche). Sie leben in den kleinen Gewässern und Tümpeln, die oft neben den Strassen anzutreffen sind. Als ich dieses Geräusch zum ersten Mal hörte, meinte ich wirklich, es sei ein Ochse, welcher irgendwo im Dschungel ist und brüllt. Bei einem der sintflutartigen Niederschläge hielt ich bei einem Strassenrestaurant an. Der Besitzer winkte mir, ich soll mit dem Velo unter sein Dach kommen. Dabei hat er auch gleich gefragt, was ich essen möchte. Ich konnte schlecht ablehnen. Eine Suppe, Reis mit Fleisch und eine Cola kosteten umgerechnet 2.- CHF.






Auf dieser Etappe hatte ich das volle Programm. Sonnenschein und Tropenregen, einsame kurvige Nebenstrassen bis zur mehrspurigen Stadtstrasse. Gestartet bei schönem Wetter haben sich am Himmel immer mehr dunkle Wolken gebildet. In Ron Phibun, nach ca. 42 Kilometern, wurde der Himmel richtig schwarz und ich entschloss mich, rasch einen Unterstand zu suchen. Kaum hatte ich ein Dach über dem Kopf, fing der Regen auch schon an, aber richtig heftig. Nach einer halben Stunde hat der Regen dann nachgelassen. Die restliche Strecke hat es immer mehr oder weniger geregnet. Das natürlich nachdem ich gestern mein Velo gereinigt habe. Heute sieht mein „Jaguar“ schlimmer aus als gestern. Die Arbeit hätte ich mir sparen können. Heute übernachte ich wieder in einem gewöhnlichen Stadthotel. Nichts mehr mit Pool und Bungalow.






In der Nacht wurde ich zweimal vom Prasseln des Regens auf dem Vordach meines Bungalows geweckt. Besser es regnet nachts und nicht, wenn ich auf dem Velo sitze. Interessant war wie schnell der Regen jeweils wieder aufgehört hat. Die heutige Etappe war flach und nur 58 Kilometer lang. Für die letzten fünf Kilometer bis zum Hotel musste ich die Schnellstrasse Nr. 4 verlassen und quer zu dieser ins Landesinnere fahren. Diese Strecke muss ich morgen wieder zurück auf die Schnellstrasse fahren. Aber es hat sich gelohnt, kein Verkehr auf einer gut ausgebauten Strasse und eine schöne Landschaft. Im Hotel angekommen musste ich das Velo wieder einmal reinigen. Danach ging’s ab in den Pool. Beim Nachtessen im Hotel habe ich festgestellt, dass ich heute Nacht der einzige Gast bin.







Dies war bis jetzt meine längste Etappe. Am Morgen, hinaus aus Hat Yai, bin ich prompt in die Rush Hour geraten. Die Ampeln von grossen Kreuzungen werden auf rot gestellt und ein Polizist regelt, unter fleissigem Gebrauch seiner Trillerpfeife, den dichten Verkehr. Richtung Norden war ich heute und auch in den kommenden Tagen auf der Thailand Road 4 unterwegs. Mit 1274 Kilometern ist sie die längste Schnellstrasse Thailands. Es waren viele Lastwagen unterwegs, was aber kein Problem ist, ausser dem Lärm. Als Rad- und Rollerfahrer fährt man auf dem breiten Pannenstreifen, wenn er überhaupt dafür vorgesehen ist. Das Wetter war gut, oft war es leicht bewölkt und einmal fielen ein paar Regentropfen. Zwei Steigungen musste ich bewältigen und genau an diesen, fand die Sonne ein paar Lücken in der Wolkendecke und es wurde richtig heiss.






Heute habe ich nach 1065 Kilometer durch Malaysia dieses Land über den Grenzübergang Bukit Kayu Hitam verlassen. Ich habe schlecht geschlafen, weil ich mich dieses Mal nicht via Internet bei der Thailändischen Immigration für ein Visa angemeldet habe. Für Singapur und Malaysia musste man dies erledigen. Aber alles kein Problem. Ich habe den Pass dem Grenzbeamten gegeben und beide Zeigefinger wurden mit Fingerabdruck-Leser gescannt, den Pass habe ich gleich wieder erhalten – das war’s. Nicht einmal einen Stempel im Pass habe ich bekommen. Nun kann ich 60 Tage in Thailand verbringen. Kulturschock nach dem Grenzübertritt. Alles ist so quirrlig, viele Menschen sind auf den Strassen und in den Geschäften. Es sind weniger Autos und Roller unterwegs. In Malaysia ging kein Mensch zu Fuss irgendwohin. Dies ist auch kein Wunder bei 50 Rappen pro Liter Treibstoff. Dafür geht es auf der Strasse nicht ganz so gelassen zu und her wie in Malaysia. Als Velofahrer muss man mehr auf die anderen Verkehrsteilnehmer achten. Und auch heute bestand die Strecke mehr oder weniger aus einer riesigen Gerade. Einmal habe ich eine Abkürzung durch eine Kautschukplantage, auf einer Nebenstrasse genommen. Kautschuk wird vor allem im Süden Thalands angebaut. In Hat Yai angekommen, bin ich nach dem Kleider waschen und Duschen in ein Thai-Restaurand und habe mir einen Zackenbarsch mit Reis und ein Bier gegönnt.






Die heutige Strecke war geprägt durch zwei 35 Kilometer lange Geraden und geschätzte sieben Kurven durch Alor Setar. Die Landschaft und Vegetation hat sich verändert, auch wenn das Gelände immer noch flach ist. Ein paar Kilometer nach Gurun sieht man keine Reisfelder mehr. Durch Palmölplantagen fährt man seit Butterworth nicht mehr. Was auffällt, es sind keine Strassenschilder an der Strasse, die auf den Grenzübergang nach Thailand hinweisen würden. Es hat wohl Schilder, die auf private Geschäfte für Versicherungen und Nummernschilder für Thailand hinweisen. Ich weiss nicht, ob dies mit den bewaffneten Konflikten seit 2004 in Südthailand zu tun hat. Dort fordern islamisch separatistische Gruppierungen mehr Mitbestimmung bis Unabhängigkeit von Thailand.







Nach anderthalb Kilometer in der Stadt Georgetown musste ich wieder auf die Fähre, zurück auf das Festland nach Butterworth. Am Morgen sind mehr Menschen vom Festland nach Georgetown unterwegs als umgekehrt. Es benutzten nur etwa 20 Rollerfahrer und ich mit dem Velo die Fähre. In Butterworth angekommen, ging es wieder im gewohnten Stop-and-Go-Verkehr aus der Stadt hinaus Richtung Norden. Bald nach der Stadtgrenze führte die Strasse durch riesige Reisfelder. Noch auf der Fähre sah ich im Süden dunkle Wolken aufziehen und man konnte erahnen, wie es dort wieder regnete. Na dann, gute Fahrt!Aber Glück gehabt, es blieb bis auf einzelne Tropfen auf meiner ganzen Fahrt nach Gurun trocken.








Nach 10 Tagen auf dem Velo habe ich in Georgetown wieder einen Ruhetag eingelegt. Heute war ich ein richtiger Tourist. Shopping war angesagt, denn meine ON Schuhe lösen sich auf. Weiter auf dem Programm standen Street Art ansehen und der Sky Walk auf 250 Meter über Grund auf The Top, dem höchsten Hochhaus Georgetowns.







Heute war es eine kurze Etappe, dadurch konnte ich auch später am Morgen starten und ein wenig länger schlafen. Georgetown ist eines der Ziele, dich ich mir vorgenommen habe, anzufahren und es ist geglückt. Die Cameron Higlands habe ich ja ausgelassen. Von den heutigen 28 Kilometern habe ich zwei mit einer Fähre zurückgelegt. Georgetown liegt auf der Insel Penang und ist Hauptstadt des Bundesstaates Penang. Penang ist durch zwei Brücken mit dem Festland verbunden, doch Rad fahren ist auf diesen verboten. Vorwiegend leben Chinesen in Georgetown, dies zeigt sich auch an den Geschäften und Restaurants in der Stadt.






Heute war genau das Gegenteil vom gestrigen Tag. Die ersten 40km hat es praktisch mehr oder weniger geregnet. Schon beim Start in Taiping hat es leicht genieselt. Aber dann hat es sich in einen richtigen Tropenregen gewandelt. Ich musste zwischendurch für 45 Minuten unter einem Dach Schutz suchen, trotz Regenbekleidung.



Da es zum heutigen Tag nichts mehr zu schreiben gibt: Wie plane ich meine Etappen? – Singapur als Start war gesetzt und ein paar Zwischenziele auch. In den ersten Tagen musste ich herausfinden, wie weit ich an einem Tag komme. Ich wähle die Tagesetappe so, dass ich immer ein Hotel oder Hostel erreiche. Die Unterkünfte buche ich meist am Vortag über Booking,com. Die Route dorthin plane ich mit dem Komoot Routenplaner. Die Route übertrage ich dann auf das Velo-Navi Wahoo Elemnt Roam V2. Auf dem Navi selbst kann man nicht planen. Der Vorteil vom Wahoo ist: Kein Touch Display, sondern Tasten. Dadurch entstehen keine ungewollten Manipulationen.


Auf dieser Etappe musste ich zur Abwechslung wieder ein paar Höhenmeter überwinden, nämlich 210 Meter. Davon waren 70 Höhenmeter am Stück. Das Highlight war, dass ich auf diesem Anstieg einen Lastwagen überholt habe. Dieser hatte etwa mein Jahrgang. Vor der Abfahrt am Morgen habe ich mich noch kurz über Taiping informiert. Das Wesentliche für mich: Sie ist die niederschlagsreichste Stadt in Malaysia mit 3200mm/Jahr. Ich hatte aber Glück, während der ganzen Fahrt trocken zu bleiben. Kaum war ich eine halbe Stunde im Hotel, begann es zu regnen 🙂






Über diese Etappe gibt es nicht viel zu berichten. Die Strecke führte um die Stadt Ipoh. Ipoh ist die Hauptstadt des Bundesstaates Perak und hat ca. 680 000 Einwohner. Meist war ich auf einer vierspurigen Strasse unterwegs. Während der Fahrt hat mich in langsamer Fahrt und eingeschalteten Warnblinkern ein Auto überholt. Dabei ist mir aufgefallen, dass er mit einem platten, linken Vorderreifen fährt. Ungefähr fünf Kilometer später ist er dann am Strassenrand gestanden. Andere Länder, andere Sitten. Ab jetzt bin ich wieder auf der ursprünglich geplanten Route, welche über die Cameron Highlands geführt hätte.




Was doch etwas Sonne und eine interessante Landschaft für einen Motivationsschub verleihen kann! Die Etappe führte für einmal nicht durch Kilometer lange Palmlölplantagen oder durch Orte mit einem Kleinbetrieb am andern. In weiten Bögen führte die Strasse durch Dschungel und Reisfelder. Zudem hatte es sehr wenig Verkehr. An einem Rotlicht hat mich eine Gruppe Radrennfahrer eingeholt. Nach dem üblichen „Woher bist du? Wohin fährst du?“ meinte einer aus der Gruppe: „Du magst wohl heisse Temperaturen!“ 😉




Heute Morgen wurde ich um sechs Uhr früh durch ein Gewitter geweckt. Somit wusste ich, dass ich mir Zeit lassen kann mit dem Aufstehen. Bis ich um halb neun aufs Velo gestiegen bin, sind nur noch vereinzelte Regentropfen gefallen. Während der ganzen Fahrt nach Teluk Intan war es bewölkt, dadurch waren die Temperaturen angenehm. Auf meiner Route war eine neun Kilometer lange, schnurgerade Strecke zwischen Palmölplantagen ohne einen Meter Schatten. Da war ich wirklich froh um die Wolken am Himmel.






Diese Etappe war ganz anders zu fahren als die gestrige: weniger Verkehr, weniger Lastwagen und gute Strassen. Wobei man die Fahrbahn immer im Auge behalten muss, denn es gibt Löcher im Belag oder das Gegenteil, nämlich Wölbungen. Diese hat’s vor allem bei Übergängen zu Brücken. Manchmal sind diese so gross, dass nur im Schrittempo darüber gefahren werden kann. Deshalb sieht man wahrscheilich keine tiefer gelegten Autos ; -) . Noch in Klang überquert die Strasse den Klang River, welcher breiter als der Rhein bei uns ist. Ich habe noch nie so viel Müll in einem Fluss schwimmen gesehen – schade. Auf der Fahrt habe ich einengrossen Greifvogel beobachten können. Leider hat es nicht für ein Foto gereicht. Die Strasse führte vor allem durch Palmölplantagen und Richtung Sekinchan an grossen Reisfeldern entlang.





Zum Glück war es heute eine kurze Etappe. Von Beginn weg hat es immer leicht geregnet, dafür waren die Temperaturen angenehm. Zuerst hatte ich die Regenjacke an, aber irgendwann habe ich feststellen müssen, dass ich durchs Schwitzen genau so nass werde wie ohne Jacke. Also, weg damit. Der Verkehr war heute enorm, viele Lastwagen und ich hatte das Gefühl dauernd in einer Stadt unterwegs zu sein, Das Highlight war: Ich habe zum ersten Mal einen Eisvogel in freier Wildbahn gesehen. Ich habe noch nie so ein Blau in einem Federkleid gesehen. Am Stadtrand von Klang angekommen, hat mich an einer Kreuzung eine Gruppe Makaken begrüsst 😉 . Fazit: Auch solche Tage gibt es.




Allen Motorsport-Begeisterten wird Sepang vom „Sepang International Circuit“, wo Formel 1 und Moto GP- Rennen ausgetragen werden, ein Begriff sein.
Die ersten 10km bis ich aus Port Dickson heraus war, waren ein dauerndes Stop and Go an jeder Ampel. Von Kilometer 20 bis 50 führte eine sehr gute Strasse durch Palmölplantagen. Es war ein kurviges Auf und Ab. Dabei habe ich im ganzen 300 Höhenmeter überwunden. Ein Nachteil der Palmölplantagen ist für mich, dass es keinen Schatten zum Anhalten gibt. Links und rechts der Strassen hat es einen ca. 20 Meter breiten Grünstreifen mit einem Erdwall, wahrscheinlich damit Unbefugte nicht zu den Plantagen gelangen können. In Sepang angekommen, habe ich das Hotelzimmer bezogen und geduscht. Nachher ist in der ganzen Strasse der Strom für anderthalb Stunden ausgefallen. Zuerst meinte die Rezeptionistin, es dauere wohl zwei bis drei Stunden, Glück gehabt!





Der heutige Tag hat mit einem Gewitter gestartet. So habe ich mit der Abfahrt gewartet, bis der Regen etwas nachgelassen hat. In kurzer Zeit haben sich riesige Pfützen auf den Strassen gebildet und ich bin Slalom um die Pfützen gefahren, da ich nie sah, was unter der Wasseroberfläche war. Nach 10km hat es aufgehört zu regnen und ich habe mich meiner Regenkleider entledigt. So habe ich auch diese das erste mal testen können. Die Fahrt nach Port Dickson war abwechslungsreich, dabei bin ich auch gut vorwärts gekommen. Der gestrige Ruhetag hat gut getan. Mein heutiges Hotel „Klana Beach Resort“ ist strikt muslimisch. Beim Check In musste ich unterschreiben, dass ich im Zimmer nicht rauche und keinen Alkohol mit ins zimmer bringe. Das Personal ist freundlich und das Hotel ist ok.





Nach fünf Tagen auf dem Velo habe ich heute einen Ruhetag eingelegt. Auch weil ich in einem guten Hotel untergebracht bin, das mitten in der China Town liegt, wo immer etwas los ist. Gestern und heute ist Abendmarkt, der von chinesischen Händlern geprägt ist, die alles (Un-) Mögliche aus Plastik anbieten. Den heutigen Tag verbrachte ich in Museen; es ist dort schön kühl. Ich buchte auch eine River Boat Tour und stieg auf einen Aussichtsturm. Nach dem Mittag bin ich zurück ins Hotel gegangen, denn es wird unerträglich heiss in der Stadt.
Ich habe meine weitere Route geplant und bereits Hotels gebucht. Jetzt freue ich mich noch auf ein feines Abendessen.




Diese Etappe war relativ kurz und nicht so interessant, aber entspannt zu fahren. Langsam kommt Routine auf. Zwischen 7 und 8 Uhr starte ich, denn morgens ist es von den Temperaturen her angenehm zu fahren und der Verkehr hält sich in Grenzen. So alle 10 km mache ich einen Halt, um genug zu trinken. Dabei komme ich auf 2,5 Liter pro 50 km 😉
Spürbar heisser wird es immer, wenn man in die Städte hinein fährt. In Kota Tinggi waren es 35°C. Gestern hat mir ein Einheimischer gesagt, dass es noch nie so heiss war wie in den letzten zwei Wochen. In Melaka angekommen, habe ich das Velo im Hotel abgestellt und bin ins China Viertel zu einer Fish Ball Soup gegangen. Nach dem Einchecken und Zimmerbezug habe ich mich entschlossen, noch eine weitere Nacht zu buchen und mir morgen einen „Ruhetag“ zu gönnen. Melaka hat einige Sehenswürdigkeiten und ist sehr touristisch.




Die heutige Fahrt war einfach: nur gerade 15 Höhenmeter auf 60 Kilometer Strecke. Die ersten 15 Kilometer führten wie durch eine Allee unter einem schattenspendenden Blätterdach. Auf der Strecke hat mich eine Rennradgruppe überholt. An einer Tankstelle macht auch diese Gruppe einen Halt. Dabei wurde mir freundlicherweise angeboten, in ihrem Begleitfahrzeug mitzufahren. Ich bin mir nicht sicher, ob es ernst gemeint war.
In Muar angekommen, bin ich zuerst zum Muar River gefahren, an welcher die älteste Moschee von Muar steht. Gegen Abend musste ich noch Geld holen. Viele der kleinen Restaurants nehmen nur Bargeld. Dabei ist mir aufgefallen, dass es ausschliesslich bei Schulen Fussgängerstreifen gibt. Ausser Touristen geht in Malaysia auch niemand zu Fuss 😉





Über eine wenig befahrene Strasse bin ich heute quer durch Malaysia Richtung Westküste gefahren. Das erste Mal hatte ich etwas Gegenwind, was den Vorteil hatte, dass es gefühlt kühler wirkte. Auf der Fahrt hörte ich plötzlich ein vertrautes Motorengeräusch. Zwei GS Motorräder überholten mich. Ich bekam fast ein wenig Heimweh nach meiner GS 😉. Auf der Strecke boten viele Händler frische Ananas direkt von den Feldern an. Im Hotel in Benut angekommen, musste ich erst einmal meine Velokleider waschen. Bei einem kleinen Rundgang durch den Ort bin ich an einer Laundry vorbei gekommen. Das wäre eine gute Möglichkeit gewesen, meine Kleider waschen zu lassen.





Gestern Abend habe ich beschlossen, meine geplante Route über die Malayische Ostküste über die Cameron Highlands zur Insel Penang zu ändern. Der Grund für meinem Entscheid sind die hohen Temperaturen und die zu fahrenden Höhenmeter. Der Plan, Georgetown zu besuchen, bleibt jedoch weiter bestehen, nur aus einer anderen Richtung. So bin ich heute nicht Richtung Ostküste, sondern in die Gegenrichtung zur Westküste gefahren. Die Fahrt führte vor allem durch Palmöl-Plantagen. Unterwegs sah ich einige Makaken, die von weitem auf sich aufmerksam machten durch ihr Geschrei. Einmal wollte ein Waran vor mir über die Strasse, hat es sich aber anders überlegt 😉 . So bin ich heute nur 43I Kilometer weit geradelt. Noch zu Malaysia: Es braucht keinen Wecker, um 05:45 Uhr hat der Muezzin über Lautsprecher seine Gläubigen zum Gebet gerufen.

