Diese Etappe nahm ich unter dem Motto des Bären Balu vom Trickfilm „Das Dschungelbuch“ in Angriff. Sein Motto: Probierˋs mal mit Gemütlichkeit!
Gestern Abend stellte ich noch die Schaltkabel des Pinion-Getriebes nach. Bis jetzt habe ich keine Schaltprobleme mehr gehabt 😅. Auf der ersten Hälfte der Strecke waren die meisten Hügel in Nebel gehüllt. Es ist eine mir unbekannte Wetterform, wenn Nebel liegt und es doch so warm ist. Auf der weiteren Fahrt kam die Sonne hervor und es wurde wieder richtig heiss.
Beim Halt vor einer roten Ampel hat mich ein junges Paar aus einem Auto heraus angesprochen. Ich erfuhr, dass man den Namen meines Zieles, das Städtchen Gerik, „Grik“ ausspricht. Als erstes suchte ich eine Bank auf, um an einem Automaten Bargeld zu beziehen. In den Hotels muss man oft eine Kaution von 50 Ringgit hinterlegen und ich esse regelmässig in Strassenrestaurants, diese nehmen meist nur Bargeld. In der ersten Bank, die ich anfuhr, erklärte mir der anwesende Wachmann, dass diese Automaten keine Mastercards annehmen. Der Wachmann war bewaffnet mit einer Pumpgun 😬. Sehr freundlich und zuvorkommend beschrieb er mir den Weg zur Maybank, in welcher ich Bargeld beziehen konnte.
Beim Mittagessen in einem einheimischen Restaurant war ich der einzige Weisse. Ich spürte, dass ich gemustert wurde und dass die jungen Frauen an der Kasse tuschelten. Aber alle sind sehr freundlich und hilfsbereit. Vielleicht liegt’s an den grauen Haaren 🙄?
Nach dem Duschen, Waschen der Kleider und dem Buchen des nächsten Hotels, bin ich in einen nahegelegenen Park spaziert. Ich setzte mich auf ein gedecktes Podium und sah, wie in der Ferne ein Gewitter aufzog. Vor mir bildete sich ein Regenbogen. Es ist schön diesem Schauspiel zuzusehen, wenn man weiss, man kann zu jeder Zeit ins Trockene gehen. Während des Abendessens schloss ein Mitarbeiter ein Gerät nahe meines Tisches an eine Steckdose an. Zuerst meinte ich, es sei ein Babyphone. Weit gefehlt, ich wurde während des ganzen Essens mit religiösen, islamischen Liedern (Naschid) berieselt. So ist es nun mal in fremden Ländern.




