Gianni unterwegs in Südostasien

Khao Chaison

Von Hat Yai nach Khao Chaison, 78km

Dies war bis jetzt meine längste Etappe. Am Morgen, hinaus aus Hat Yai, bin ich prompt in die Rush Hour geraten. Die Ampeln von grossen Kreuzungen werden auf rot gestellt und ein Polizist regelt, unter fleissigem Gebrauch seiner Trillerpfeife, den dichten Verkehr. Richtung Norden war ich heute und auch in den kommenden Tagen auf der Thailand Road 4 unterwegs. Mit 1274 Kilometern ist sie die längste Schnellstrasse Thailands. Es waren viele Lastwagen unterwegs, was aber kein Problem ist, ausser dem Lärm. Als Rad- und Rollerfahrer fährt man auf dem breiten Pannenstreifen, wenn er überhaupt dafür vorgesehen ist. Das Wetter war gut, oft war es leicht bewölkt und einmal fielen ein paar Regentropfen. Zwei Steigungen musste ich bewältigen und genau an diesen, fand die Sonne ein paar Lücken in der Wolkendecke und es wurde richtig heiss.

Rush Hour in Hat Yai
Thailand Road 4
Obststände an der Schnellstrasse
Einsamer Berg in der Ebene
schwitzig bei hoher Luftfeuchtigkeit & Hitze
Am Ziel, mein Bungalow

Hat Yai

Von Changlun nach Hat Yai, 65km

Heute habe ich nach 1065 Kilometer durch Malaysia dieses Land über den Grenzübergang Bukit Kayu Hitam verlassen. Ich habe schlecht geschlafen, weil ich mich dieses Mal nicht via Internet bei der Thailändischen Immigration für ein Visa angemeldet habe. Für  Singapur und Malaysia musste man dies erledigen. Aber alles kein Problem. Ich habe den Pass dem Grenzbeamten gegeben und beide Zeigefinger wurden mit Fingerabdruck-Leser gescannt, den Pass habe ich gleich wieder erhalten – das war’s. Nicht einmal einen Stempel im Pass habe ich bekommen. Nun kann ich 60 Tage in Thailand verbringen. Kulturschock nach dem Grenzübertritt. Alles ist so quirrlig, viele Menschen sind auf den Strassen und in den Geschäften. Es sind weniger Autos und Roller unterwegs. In Malaysia ging kein Mensch zu Fuss irgendwohin. Dies ist auch kein Wunder bei 50 Rappen pro Liter Treibstoff. Dafür geht es auf der Strasse nicht ganz so gelassen zu und her wie in Malaysia. Als Velofahrer muss man mehr auf die anderen Verkehrsteilnehmer achten. Und auch heute bestand die Strecke mehr oder weniger aus einer riesigen Gerade. Einmal habe ich eine Abkürzung durch eine Kautschukplantage, auf einer Nebenstrasse genommen. Kautschuk wird vor allem im Süden Thalands angebaut. In Hat Yai angekommen, bin ich nach dem Kleider waschen und Duschen in ein Thai-Restaurand und habe mir einen Zackenbarsch mit Reis und ein Bier gegönnt.

Dannok, Grenzort von Thailand
Auch in Thailand, geradeaus
Wat Hua Thanon, Buddistischer Tempel
Kautschuk Plantagen
Nebenstrasse zur Strasse Nr. 4
Aussicht vom Hotelzimmer auf Hat Yai

Changlun

Von Gurun nach Changlun, 77km

Die heutige Strecke war geprägt durch zwei 35 Kilometer lange Geraden und geschätzte sieben Kurven durch Alor Setar. Die Landschaft und Vegetation hat sich verändert, auch wenn das Gelände immer noch flach ist. Ein paar Kilometer nach Gurun sieht man keine Reisfelder mehr. Durch Palmölplantagen fährt man seit Butterworth nicht mehr. Was auffällt, es sind keine Strassenschilder an der Strasse, die auf den Grenzübergang nach Thailand hinweisen würden. Es hat wohl Schilder, die auf private Geschäfte für Versicherungen und Nummernschilder für Thailand hinweisen. Ich weiss nicht, ob dies mit den bewaffneten Konflikten seit 2004 in Südthailand zu tun hat. Dort fordern islamisch separatistische Gruppierungen mehr Mitbestimmung bis Unabhängigkeit von Thailand. 

Zum Glück stehen ab und zu Bäume, welche etwas Schatten spenden
Zweite Gerade
Alor Setar
Fernsehturm von Alor Setar
Schweizerische Pilatus PC 7 und eine Alouette III
Nein, nicht kalt. Sonnenschutz 😉
Die Vegetation und Landschaft verändert sich

Gurun

Von Georgetown nach Gurun, 68km

Nach anderthalb Kilometer in der Stadt Georgetown musste ich wieder auf die Fähre, zurück auf das Festland nach Butterworth. Am Morgen sind mehr Menschen vom Festland nach Georgetown unterwegs als umgekehrt. Es benutzten nur etwa 20 Rollerfahrer und ich mit dem Velo die Fähre. In Butterworth angekommen, ging es wieder im gewohnten Stop-and-Go-Verkehr aus der Stadt hinaus Richtung Norden. Bald nach der Stadtgrenze führte die Strasse durch riesige Reisfelder. Noch auf der Fähre sah ich im Süden dunkle Wolken aufziehen und man konnte erahnen, wie es dort wieder regnete. Na dann, gute Fahrt!Aber Glück gehabt, es blieb bis auf einzelne Tropfen auf meiner ganzen Fahrt nach Gurun trocken.

Dunkle Wolken über Butterworth
Reisfelder
Alte Reiserntemaschine
Wo Reis angebaut wird, sind immer auch Silberreiher nicht weit weg.
Graureiher
Indischer Tempel an der Strasse
Diese Wolken gefallen mir viiiel besser
Braucht noch jemand einen Mercedes?

Georgetown

Ruhetag

Nach 10 Tagen auf dem Velo habe ich in Georgetown wieder einen Ruhetag eingelegt. Heute war ich ein richtiger Tourist. Shopping war angesagt, denn meine ON Schuhe lösen sich auf. Weiter auf dem Programm standen Street Art ansehen und der Sky Walk auf 250 Meter über Grund auf The Top, dem höchsten Hochhaus Georgetowns.

Happy Buddha
Velo Vermietung
Street Art
The Top
Sky Walk, 250 Meter über Grund & gesichert
Glasboden
Aussicht vom Dach „The Top“

Georgetown

Von Simpang Ampat nach Georgetown, 28km

Heute war es eine kurze Etappe, dadurch konnte ich auch später am Morgen starten und ein wenig länger schlafen. Georgetown ist eines der Ziele, dich ich mir vorgenommen habe, anzufahren und es ist geglückt. Die Cameron Higlands habe ich ja ausgelassen. Von den heutigen 28 Kilometern habe ich zwei mit einer Fähre zurückgelegt. Georgetown liegt auf der Insel Penang und ist Hauptstadt des Bundesstaates Penang. Penang ist durch zwei Brücken mit dem Festland verbunden, doch Rad fahren ist auf diesen verboten. Vorwiegend leben Chinesen in Georgetown, dies zeigt sich auch an den Geschäften und Restaurants in der Stadt.

Blick von der Fähre auf Georgetown
Da ist etwas schief gelaufen
Penang Bridge
Beim Hotel angekommen
Jin Penang
Blick vom Hoteldach

Simpang Ampat

Von Taiping nach Simpang Ampat, 67km

Heute war genau das Gegenteil vom gestrigen Tag. Die ersten 40km hat es praktisch mehr oder weniger geregnet. Schon beim Start in Taiping hat es leicht genieselt. Aber dann hat es sich in einen richtigen Tropenregen gewandelt. Ich musste zwischendurch für 45 Minuten unter einem Dach Schutz suchen, trotz Regenbekleidung.

Wenns oba schifft und unna saicht
Eisenbahnüberführung in Val Dor
Neues Viertel Iconic in Simpang Ampat

Da es zum heutigen Tag nichts mehr zu schreiben gibt: Wie plane ich meine Etappen? – Singapur als Start war gesetzt und ein paar Zwischenziele auch. In den ersten Tagen musste ich herausfinden, wie weit ich an einem Tag komme. Ich wähle die Tagesetappe so, dass ich immer ein Hotel oder Hostel erreiche. Die Unterkünfte buche ich meist am Vortag über Booking,com. Die Route dorthin plane ich mit dem Komoot Routenplaner. Die Route übertrage ich dann auf das Velo-Navi Wahoo Elemnt Roam V2. Auf dem Navi selbst kann man nicht planen. Der Vorteil vom Wahoo ist: Kein Touch Display, sondern Tasten. Dadurch entstehen keine ungewollten Manipulationen.

Komoot Routenplaner
Velo-Navi Wahoo Elemnt Roam V2

Taiping

Von Sungai Siput nach Taiping, 60km

Auf dieser Etappe musste ich zur Abwechslung wieder ein paar Höhenmeter überwinden, nämlich 210 Meter. Davon waren 70 Höhenmeter am Stück. Das Highlight war, dass ich auf diesem Anstieg einen Lastwagen überholt habe. Dieser hatte etwa mein Jahrgang. Vor der Abfahrt am Morgen habe ich mich noch kurz über Taiping informiert. Das Wesentliche für mich: Sie ist die niederschlagsreichste Stadt in Malaysia mit 3200mm/Jahr. Ich hatte aber Glück, während der ganzen Fahrt trocken zu bleiben. Kaum war ich eine halbe Stunde im Hotel, begann es zu regnen 🙂

Auch in Malaysia hat es Nebel
Was für eine Fussgänger-Überführung
Strasse Nr.1 Richtung Taiping
Fassadenmalerei in Taiping
Hoteleingang zum Maxwell Inn Taiping
Strecke der letzten fünf Tage

Sungai Siput

Von Seri Iskandar nach Sungai Siput, 60km

Über diese Etappe gibt es nicht viel zu berichten. Die Strecke führte um die Stadt Ipoh. Ipoh ist die Hauptstadt des Bundesstaates Perak und hat ca. 680 000 Einwohner. Meist war ich auf einer vierspurigen Strasse unterwegs. Während der Fahrt hat mich in langsamer Fahrt und eingeschalteten Warnblinkern ein Auto überholt. Dabei ist mir aufgefallen, dass er mit einem platten, linken Vorderreifen fährt. Ungefähr fünf Kilometer später ist er dann am Strassenrand gestanden. Andere Länder, andere Sitten. Ab jetzt bin ich wieder auf der ursprünglich geplanten Route, welche über die Cameron Highlands geführt hätte.

Immer noch auf der Strasse Nr.5
Sicht auf Ipoh, im Hintergrund von Wolken vehüllt die Cameron Highlands
Es hat auch kleine Berge an der Strecke
Willkommen in Sungai Siput

Seri Iskandar

Von Teluk Intan nach Seri Iskandar, 66km

Was doch etwas Sonne und eine interessante Landschaft für einen Motivationsschub verleihen kann! Die Etappe führte für einmal nicht durch Kilometer lange Palmlölplantagen oder durch Orte mit einem Kleinbetrieb am andern. In weiten Bögen führte die Strasse durch Dschungel und Reisfelder. Zudem hatte es sehr wenig Verkehr. An einem Rotlicht hat mich eine Gruppe Radrennfahrer eingeholt. Nach dem üblichen „Woher bist du? Wohin fährst du?“ meinte einer aus der Gruppe: „Du magst wohl heisse Temperaturen!“ 😉

Strasse Nr.5
Hoffentlich bleiben die Wolken, wo sie sind
Wenn die Hebebühne fehlt
Moschee am Ortseingang von Seri Iskandar