Gianni unterwegs in Südostasien

Prachuap Khiri Khan

Von Bankrut nach Prachuap Kihri Khan, 75km

Auf einem Weg, auf dem ich mich schon zu fragen begann, ob ich überhaupt noch auf der richtigen Strecke fahre, kam mir ein Paar auf Fahrrädern entgegen. Es waren Belgier, sie 65 und er 64 Jahre alt. Sie sind in Bangkok gestartet und fahren einfach einmal Richtung Süden, dann geht’s mit dem Zug zurück nach Bangkok. Vielleicht reisen sie dann noch nach Kambodscha. Ihre Fahrräder haben sie in Bangkok gekauft und meinten, ich sei schon professionell ausgerüstet 😉 . Da haben sie wohl recht. Ich hätte mich nie getraut, einfach ein Velo in Thailand zu kaufen und davon ausgehen, es passe und komme schon gut. Eine Stunde nach dem Treffen mit dem Paar führte mich mein Navi wirklich in den Dschungel. Plötzlich lag nur noch ein Wanderweg vor mir, da bin ich doch umgekehrt und habe mir eine andere Strecke gesucht. Aber das Navi macht ja nur, was man auch plant. Die ganze Strecke hatte ich Gegenwind, es war sehr kräftezehrend. Beim Hotel angekommen meinte die Hotelbesitzerin, es winde in den letzten Tagen schon viel und stark. Da konnte ich ihr nur zustimmen. Das Hotel ist alt, aber sehr liebevoll restauriert und speziell.    

Welche Farbe ist welches Benzin?
abgestorbener Baum in einem Fluss
Bin ich noch auf dem richtigen Weg?
Hoffentlich fällt mir keine Kokosnuss auf den Kopf.
Mein Hotelzimmer in Prachuap Khiri Khan.

Bankrut

Von Ban Muang Thao nach Bankrut, 73km

Die heutige Route glich ziemlich der gestrigen, aber ich hatte keinen Regen 🙂 . Im Landesinneren gab’s ein Auf und Ab, an der Küste entlang dafür Wind. Die Surfer und Kiter würde es freuen, ich jedoch hatte das Pech, dass der Wind mir immer entgegen blies. Heute bin ich den 30. Tag auf dem Velo. In dieser Zeit habe ich 1890 Kilometer zurückgelegt, 4630 Höhenmeter bezwungen und bin 107 Stunden auf dem Velo gesessen. Als ich die erste Streckenplanung machte, ging ich davon aus, nach fünf bis sieben Tagen einen Ruhetag einzulegen. Ich plante jedoch längere Etappen. So wie ich es jetzt mache, also 50 bis 80 Kilometer pro Tag, bin ich meist gegen 14:00 Uhr am Tagesziel und habe genug Zeit, um mich zu erholen. Hinzu kommt, nicht an jedem Ort, an welchem ich übernachtet habe, hätte ich Lust gehabt, einen weiteren Tag zu verbringen. Die Orte waren zum Teil recht klein und abgelegen. Anders ist es in grösseren Städten oder jetzt am Meer, da kann man immer etwas unternehmen.

Bergab …
… und wieder bergauf.
Was gilt jetzt???
Fischerboote im sicheren Hafen
Einsame Küstenstrasse
Strand in Prachuap Khiri Khan
heute 30 Tage unterwegs

Ban Muang Thao

Von Chuhpon nach Ban Muang Thao, 60km

Die heutige Etappe war nicht ohne. Nicht wegen der Länge der Etappe. Zu den 350 Höhenmetern kam auf der Hälfte der Strecke ein mühsamer Gegenwind hinzu. Die ganze Strecke legte ich auf gut ausgebauten Nebenstrassen mit wenig Verkehr zurück. Am „Hotel“ PhuPha-NaLay Cafe’n Camping angekommen, staunte ich nicht schlecht. Die Bungalows bestehen aus umgebauten Eisenbahn-Güterwagen. Diese sind liebevoll um- und ausgebaut. Alles ist vorhanden: Dusche / WC, Klimaanlage, fliessend Wasser & ein Doppelbett. Der Besitzer erzählte voller Stolz, dass er alles selbst gemacht habe – super. Seine Frau meinte, dass in letzter Zeit wirklich schlechtes Wetter herrsche. Es hätten auch bereits Gäste abgesagt. Natürlich kam auch heute die tägliche 10-Minuten Sintflut. Diesmal suchte ich Schutz unter dem Dach einer Strassenküche.

Die tägliche 10-Minuten Sintflut
Khlong Bang Son
Brücke Khlong Bang Son
Stürmische Küste
Einer der vielen Anstiege der Strasse 3253
Aussicht vom Hotel PhuPha-NaLay Cafe’n Camping
Mein Eisenbahn Bungalow
Innenansicht: alles vorhanden 😉
Für ein Fussbad im Meer hat’s gereicht bei mind. 25° C

Chumphon

Von Pak Tako nach Chumphon, 75km

Auf dieser Etappe musst ich nach dem Motto „Wer sein Rad liebt, der schiebt“ meinen „Jaguar“ stossen. Der Grund war ein Anstieg mit über 10% Steigung, da waren 43kg Velo und Gepäck zu viel für mich. Sonst gibt es nicht viel zu berichten. Nach fast 30 Tagen auf dem Velo hat sich eine gewisse Routine beim Tagesablauf eingestellt. Nach dem Aufstehen und Packen nehme ich, wenn es kein Frühstück gibt, einen Kaffee im Zimmer. Meist hat es einen Wasserkocher und Instantkaffee im Zimmer. Vor der Losfahrt checke ich nochmals, ob sich die App Komoot und mein Navi Wahoo synchronisiert haben. Wenn ich noch kein Wasser habe, schaue ich, dass ich so bald als möglich eine 1,5 Liter PET Flasche kaufen kann. Nach dem Einchecken am Ziel reinige ich wenn nötig zuerst mein Velo. Dann heisst’s Kleider waschen und duschen. Nachher buche ich das Hotel für den nächsten Tag, meist über Booking.com. Anschliessend prüfe ich die geplante Route vom folgenden Tag und passe diese falls nötig an. Wenn alles erledigt ist, geht es auf die Gasse und die Suche nach einem Restaurant um Abend zu essen. Während der Fahrt kaufe ich ab und zu ein Snickers oder geröstete Mandeln. Gestärkt zurück im Hotel sehe ich die Fotos vom Tag durch und wähle aus, welche ich behalten will. Zum Schluss kommt das Wichtigste, das Schreiben des Berichts 😉

Blick auf das Meer
Wat Khao Chedi Wisai Tri Rattanaram Goldener Buddha
Aussichtsplattform beim Hotel
Aussicht von der Plattform

Pak Tako

Von Ban Khao Din nach Pak Tako, 78km

Heute war wieder Ochsenfrosch-Wetter. Zwei Drittel der Strecke hat es geregnet und wieder war überall das Quacken der Ochsenfrösche zu hören. Etwa vier Mal habe ich die Regenkleider an- und wieder ausgezogen. Nass werde ich zwar auch mit den Regenkleidern, bei 27°C schwitze ich einfach tierisch. Aber die Velokleider darunter werden nicht so schmutzig vom Wasser, das von der Strasse  hochspritzt. Nach 3,5 Stunden Fahrt habe ich zum erstmals in Thailand das Meer erreicht, den Golf von Thailand. Leider lud das Wetter und die raue See nicht zu einem Bad darin ein. Von nun an fahre ich auf der Strasse „Thailand Riviera“, sie soll bis 2026 die ganze Küste des Golfs von Thailand abdecken. Diese Nacht bin ich für meine Verhältnisse als Radreisender in einem Luxus Resort, dem Tusita Wellness Resort. Sogar eine Thai Massage habe ich mir gegönnt. Zum Abendessen gab es Fisch mit Reis, den am besten zubereiteten Fisch, den ich je serviert bekommen habe. Ich war wieder einmal der einzige Gast. Manchmal frage ich mich schon, wie das rentieren kann.

Buddhistischer Tempel an des Strasse 4112
Dieser dreibeinige Hund leistete mir Gesellschaft bei einem Halt.
nicht „Die Brücke am River Kwai“, aber auch eine Eisenbahnbrücke
am Golf von Thailand angekommen
am Meer und trotzdem die steilsten Anstiege
Bang Mut River
Hotel Pool
Hier schreibe ich heute meinen Bericht.

Ban Khao Din

Von Surat Thani nach Ban khao Din, 77km

Heute hatte ich das Wetter auf meiner Seite. Aber kaum eine Viertelstunde im Hotel und es hat geregnet. Die Stecke heute habe ich zum grössten Teil auf Nebenstrassen zurückgelegt. Es war eindrücklich zu sehen, unter welch einfachen oder gar ärmlichen Bedingungen ein Teil der Bevölkerung lebt. In einem Gebiet, in dem vor allem Palmen wachsen, sind zwei Saläng (Moped mit Seitenwagen) vor mir in die Strasse eingefahren. In den Seitenwagen sassen jeweils ein Mann mit einem dressierten Affen. Die Affen werden für die Kokosnussernte eingesetzt. Einmal meinten ein paar Hunde, sie müssten mich ankläffen und sind mir ein paar Meter bellend nachgerannt. Bis jetzt sind mir Hunde immer aus dem Weg gegangen, Velofahrer trauen sie nicht, so glaube/ hoffe ich. Jetzt habe ich auch herausgefunden, was es mit den künstlichen Seen und den Wasserrädern auf sich hat: Es sind Garnelen-Farmen. Um Surat Thani hat es zahlreiche solcher Farmen und es gab viele Shrimp – Verkaufsstände entlang der Strasse.

Fluss nach Surat Thani
Nebenstrasse durch den Dschungel
Steinbruch
Berge von Wolken und richtige Berge
Palmenwald

Surat Thani

Von Sichon nach Surat Thani, 73km

Gerade als ich mich parat für die Abfahrt vom Hotel in Sichon machen wollte, brach ein Gewitter los. Also hiess es sich hinsetzen und abwarten, bis der Spuck vorüber ist. Die ersten 15 Kilometer bin ich noch im Regen gefahren, dann wurde es immer heller und es hat aufgehört zu regnen. Heute musste ich in Thailand das erste Mal einen kleinen Pass überwinden (sofern man 100 Höhenmeter einen Pass nennen kann). Leider bin ich ebenfalls zum ersten Mal auf meiner Reise an zwei Autounfällen vorbeigefahren. Beide Fahrzeug lagen im Strassengraben. Ich glaube, bei beiden Unfällen ist niemand zu Schaden gekommen. Nach dem Nachtessen in einem Vietnamesischen Restaurant ist ein pensioniertes Paar aus Israel bei meinem Hotel angekommen. Beide sind auch mit Tout Terrain Velos unterwegs. Beim Velo der Ersu haben sie das Pinion Getriebe ausgebaut und durch einen e-Motor ersetzt. Ein chinesischer Hersteller bietet das an. Sie zieht einen Bike-Trailer mit zwei darauf montierten Solar Panels nach. So kann während der Fahrt immer ein Akku geladen werden. Grund für diesen Aufwand: Sie wollen bis in die Mongolei fahren, wo es wahrscheinlich nicht überall Stromanschlüsse haben wird, um die Akkus zu laden. Es war interessant, sich mit Bikern austauschen zu können, habe ich doch bis anhin keine Weggefährten getroffen.

Eigentlich wollte ich doch gerade losfahren…
„Passstrasse“
Strasse 401
Karstfelsen auf dem Weg nach Surat Thani
Ob da noch jemand bei der Stromversorgung den Überblick hat?
Hotel Blu Monkey in Surat Thani
Pinion Getriebe raus, e-Motor rein
Spruch im Hotelzimmer,  Mark Cavendish vierfacher Rad-Weltmeister

Sichon

Von Nakhon Si Thammarat nach Sichon, 67km

Der heutige Tag war das Gegenteil vom gestrigen. Ich war nur auf der Strasse 401 unterwegs und es gab nur ein Wetter: Regen. Vom Regen gab es wenigstens zwei Arten, leichter Regen oder Sintflut. Den Einzigen, denen der Regen gefällt, sind die Bull Frogs (Ochsenfrösche). Sie leben in den kleinen Gewässern und Tümpeln, die oft neben den Strassen anzutreffen sind. Als ich dieses Geräusch zum ersten Mal hörte, meinte ich wirklich, es sei ein Ochse, welcher irgendwo im Dschungel ist und brüllt. Bei einem der sintflutartigen Niederschläge hielt ich bei einem Strassenrestaurant an. Der Besitzer winkte mir, ich soll mit dem Velo unter sein Dach kommen. Dabei hat er auch gleich gefragt, was ich essen möchte. Ich konnte schlecht ablehnen. Eine Suppe, Reis mit Fleisch und eine Cola kosteten umgerechnet 2.- CHF.

Fahrt aus der Stadt Nakhon
Beispiel, wie viel Ladung man auf einen Pick Up bekommt
Sintflut
Ich weiss auch nicht, was die Wasserräder bewirken sollen
Güldene Stadteinfahrt von Sinchon
Noch fünf weitere Kilometer und ich hätte Schwimmhäute bekommen

Nakhon Si Thammarat

Von Ban Mai Siap nach Nakhon Si Thammarat, 76km

Auf dieser Etappe hatte ich das volle Programm. Sonnenschein und Tropenregen, einsame kurvige Nebenstrassen bis zur mehrspurigen Stadtstrasse. Gestartet bei schönem Wetter haben sich am Himmel immer mehr dunkle Wolken gebildet. In Ron Phibun, nach ca. 42 Kilometern, wurde der Himmel richtig schwarz und ich entschloss mich, rasch einen Unterstand zu suchen. Kaum hatte ich ein Dach über dem Kopf, fing der Regen auch schon an, aber richtig heftig. Nach einer halben Stunde hat der Regen dann nachgelassen. Die restliche Strecke hat es immer mehr oder weniger geregnet. Das natürlich nachdem ich gestern mein Velo gereinigt habe. Heute sieht mein „Jaguar“ schlimmer aus als gestern. Die Arbeit hätte ich mir sparen können. Heute übernachte ich wieder in einem gewöhnlichen Stadthotel. Nichts mehr mit Pool und Bungalow.

Tunnel aus Blättern
Auf einer Nebenstrasse nach Ron Phibun
Meterspur-Eisenbahnstrecke mit Semaphore Signal
Da braut sich etwas zusammen!
ein richtiger Sturzbach
Stadteinfahrt Nakhon Si Thammarat, mit über 100000 Einwohnern

Ban Mai Siap

Von Khao Chaision nach Ban Mai Siap, 58km

In der Nacht wurde ich zweimal vom Prasseln des Regens auf dem Vordach meines Bungalows geweckt. Besser es regnet nachts und nicht, wenn ich auf dem Velo sitze. Interessant war wie schnell der Regen jeweils wieder aufgehört hat. Die heutige Etappe war flach und nur 58 Kilometer lang. Für die letzten fünf Kilometer bis zum Hotel musste ich die Schnellstrasse Nr. 4 verlassen und quer zu dieser ins Landesinnere fahren. Diese Strecke muss ich morgen wieder zurück auf die Schnellstrasse fahren. Aber es hat sich gelohnt, kein Verkehr auf einer gut ausgebauten Strasse und eine schöne Landschaft. Im Hotel angekommen musste ich das Velo wieder einmal reinigen. Danach ging’s ab in den Pool. Beim Nachtessen im Hotel habe ich festgestellt, dass ich heute Nacht der einzige Gast bin.

Der König ist überall präsent
Denkmal an den Strassenbau
Ich weiss nicht, was er im Netz hat
Pause im Schatten
Wie viele Scheinwerfer und vor allem Rückspiegel braucht man?
Strasse von der Schnellstrasse zum Hotel
Mein Tiny House für diese Nacht