Die Landschaft hat sich auf meiner Reise seit gestern nicht wesentlich verändert. Grosse Reisfelder dominieren die Landschaft. Was zugenommen hat, ist die Anzahl an Tempeln. Für mich sehen sie alle ähnlich aus. Ich weiss von der letzten Thailandreise mit unserem geschichtsstudierten Guide, dass die Haare und Kopfform etwas über die Dynastie der Buddhastatue aussagen. Sing Buri Stadt hat circa 60´000 Einwohner. Die Provinz Sing Buri hat über 200’ 000 Einwohner. 88% der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt. Das sieht man an den riesigen Reisfeldern.
Irgendwo auf der StreckeReisanbau dominiert die LandwirtschaftWasser-TankstelleEine der vielen Buddha-StatuenPhra Chedi, Wat AmphawanPhra Chedi, Wat AmphawanAbendstimmung beim Hotel in Sing Buri
Heute aus der Grosstadt Bangkok hinauszufahren war kein Vergleich zur Fahrt stadteinwärts vor drei Tagen. Es war richtig entspannt, das lag wahrscheinlich auch daran, dass es Samstag in der Früh war. Der grösste Teil der Strecke führte Wasserkanälen entlang, dadurch war die Landschaft mehr oder weniger die gleiche. Nach der Hälfte der Strecke standen parallel zur Strasse alle 50 Meter neue, um die 20 Meter hohe Betonpfeiler. An einer Infotafel wurde informiert, dass hier das Thai-Chinese High-speed Rail Project entsteht, dies offensichtlich mit finanzieller Hilfe der Volksrepublik China. Unterwegs traf ich zwei Veloreisende. Der eine war Ire, in Irland gestartet und schon zweieinhalb Jahre unterwegs, der andere war Thai und etwa in meinem Alter. Er ist gestern von Bangkok nach Ayutthaya gefahren und fährt heute wieder zurück. Der Thai machte mich darauf aufmerksam, dass unsere Fahrräder beide die Pinion-Schaltung hätten. Es war das erste Fahrrad in Thailand mit Pinion-Schaltung, das ich gesehen habe. Er meinte, Thailand besitze nur drei Jahreszeiten: Hot, hotter und hottest 😀. Ayutthaya ist bekannt durch seine vielen Tempelanlagen und ist UNESCO-Welterbe. Die Stadt lag im 14. Jahrhundert nahe der Küste. Durch die Jahrhunderte dauernde Sedimentbildung der drei Flüsse, welche durch und um die Stadt führen, liegt Ayutthaya heute 100 Kilometer von der Küste entfernt.
Nach der Stadtgrenze BangkoksEiner der Wasser-Kanäle, denen die Strasse entlang führtBaustelle des Thai-Chinese high-speed ProjectDie Betonpfeiler stehen schonBauer im ReisfeldEine der vielen TempelanlagenMeine Unterkunft für heute, Baan Suan Kruang Kao
Heute bekam mein „Jaguar“ ein paar Streicheleinheiten. Reinigen mit den in Malaysia gekauften „Feuchtetücher für Autos“ und prüfen des Luftdrucks der Reifen, vor allem im Vorderreifen nach dem Plattfuss vor vier Tagen. Danach besichtigte ich den Grossen Palast. Der Grand Palace war bis 1946 die offizielle Residenz der Könige von Siam. Natürlich war ich nicht alleine dort. Gefühlt 10000 Chinesische Touristen-Gruppen waren auch dort. Und sie sind so laut – unglaublich. Es kam mir auch respektlos vor. Andere Länder – andere Sitten. Nach dem Besuch des Palastes bin ich noch durch das Quartier ums Hotel gestreift. Nach dem ganzen Prunk und Pomp fällt einem das Elend und der Schmutz, in dem einige Menschen auf der Strasse leben, als Kontrast erst so richtig auf. Am Tag wird auf den Trottoirs alles verkauft. Vom einzelnen Bügel einer Brille bis zum alten Sex-Heftli, einfach alles, was man sich nur vorstellen kann. Am Abend machen die Strassenhändler den Strassenküchen Platz. Und bei diesen isst man wirklich fein.
Mein „Jaguar“ gehegt und gepflegtDer goldene Chedi im Grossen PalastDer KönigspalastDach eines Gebäudes im Grand PalaceDie Boote auf dem Chao Phraya sind nicht wirklich untermotorisiert.Touristenbus, da hätte unsere MFK die helle Freude daran.In dieses Wasser würden wir nicht einmal mit einem 3-Fach Neoprenanzug steigen.StrassenkücheDieser Zackenbarsch war sehr fein und es ist interessant, dem Strassenleben zuzuschauen.
Ich weiss nicht, was anstrengender ist, ein Tag auf dem Velo oder ein Tag als Tourist in Bangkok. Zuerst wollte ich den Grossen Palast besichtigen, der nur fünf Minuten von meinem Hotel entfernt liegt. Er war einst die Residenz der thailändischen Königsfamile und besteht aus über 100 Gebäudekomplexen. Man(n) wird nur in langen Hosen hinein gelassen. Da habe ich mich entschlossen, ins Zentrum Bangkoks zu fahren. Ich habe mich mit einem Tuk Tuk chauffieren lassen. Zuerst musste ich eine neue Regenjacke kaufen. Die alte hat die sintflutartigen Niederschläge nicht überlebt. Zurück zum Hotel bin ich zu Fuss gegangenen. Für die Strecke brauchte ich über eine Stunde. Aber man entdeckt so viel, wenn man zu Fuss unterwegs ist. Natürlich auch Unschönes, wie arme, gestrandete Menschen, man sieht einfach das ganze Spektrum einer Stadt. Auf dem Weg besuchte ich noch den Wat Saket Golden Mount, ein buddhistischer Tempel. Im Hotel angekommen genoss ich dann den Hotel Pool. Ein Restaurant oder eine Strassenküche zum Nachtessen zu finden, ist hier im Quartier kein Problem. Ich habe in Thailand und Malaysia immer gut gegessen, auch wenn ich nicht immer wusste, was alles auf dem Teller lag.
Der Königspalast BangkoksMein Tuk Tuk Fahrer mit VIP SitzenModerne Bauten mit BegrünungDie Eisenbahn fährt mitten durch die Stadt und alles steht.Thailändische WeihnachtsdekoAlt und neu nebeneinanderIch weiss nicht, was man sich wünschen kann, wenn man den Gong schlägt.Die Sky Line vom Golden Mount ausTempel am Golden Mount
Nach 2326 Kilometer durch Singapur, Malaysia und Thailand habe ich heute Bangkok erreicht. Zu Beginn der heutigen Etappe bin ich 20 Kilometer aus der Stadt Ban Pong herausgefahren, um dann wieder die letzten 20 Kilometer in die Stadt Bangkok hinein zu fahren. Der Verkehr ist schon hektischer in Bangkok als im Rest von Thailand. Eine Herausforderung war es jeweils, an einer Verzweigung von der ganz linken Spur über drei oder vier Spuren nach rechts zu wechseln. Aber im Grossen und Ganzen wird eher defensiv gefahren. Mein Hotel liegt im historischen Bezirk Prah Nakhon. In die City sind es etwa fünf Kilometer. Am Nachmittag bin ich mit dem Bus noch ins Zentrum gefahren. Zurück hätte ich ebensogut laufen können. Ich hätte nur unwesentlich mehr Zeit benötigt. Der Grund war die Rush Hour. In Bangkok haben die Busse keine eigene Spur, wie zum Teil bei uns.
Landschaft zwischen den StädtenWat Prayurawongsawat WorawihanStadteinfahrt nach BangkokHotel PoolKhlong nahe dem Hotel Siri Heritage BangkokRush HourSkyline von Bangkoks Geschäftsviertel
Noch am Vorabend habe ich die heutige Etappe umgeplant. Damit ich nicht den grössten Teil auf der AH2 zu fahren habe, bin ich auf Nebenstrassen ausgewichen. Dies hatte aber zur Folge, dass ich 10 Kilometer mehr Strecke zurücklegen musste. In Ratchaburi fühlte sich das Fahren plötzlich seltsam an. Und siehe da, ich entdeckte einen Plattfuss vorne. Ich habe noch nie so geschwitzt bei einer Reparatur eines platten Reifens. Es hatte über 30° und ich fand keinen Schatten in der Nähe. Bei der Kontrolle des Reifens fand ich zwei ganz feine, aber fiese Dornen, die im Reifen steckten. Nach dem Duschen und Waschen der Kleider durfte ich auch noch den defekten Schlauch flicken. So habe ich wieder einen zweiten Reserve-Schlauch. Jetzt bin ich noch eine Tagesetappe von Bangkok entfernt. Ich bin gespannt, wie die Fahrt in die Millionenstadt mit dem Velo verlaufen wird.
LotusblumenWat Khao Isan TempelReifenreparatur bei über 30°Abendstimmung vom Hotelzimmer aus aufgenommen
Nach dem gestrigen Ruhetag bin ich heute nach einem Frühstück vom Hotel mit vollen „Batterien“ Richtung Norden gestartet. Nach 20 Kilometern habe ich die Küste und das Meer verlassen. Ab jetzt bin ich nur noch im Landesinneren unterwegs. Nun sind auch schon die ersten Schilder sichtbar, die nach Bangkok weisen. Ich bin auf dem AH2 „Asian Highway 2“ unterwegs. Dieser AH2 führt von Denpasar in Indonesien bis ins 13´177 Kilometer entfernte Khosravi im Iran. Also ich könnte noch eine Zeitlang unterwegs sein, wenn ich wollte. Das Klima hat sich gegenüber jenem an der Küste merklich verändert. Es ist heisser geworden, aber mit einer weniger hohen Luftfeuchte als in Malaysia. Ich habe eben im Internet gelesen, dass Bangkok die temperaturmässig heisseste Stadt der Welt sei. Das heisst für mich, am Morgen in der Früh unterwegs zu sein.
Eine FlussüberquerungUnd wieder einmal eine GeradeFahrradweg in Thailand.Es hat nicht nur Hunde am Strassenrand 😯Der Asian Highway 2Markt in Khao YoiAbendstimmung aufgenommen vom Hotel aus
Cha-Am ist ein bekannter Touristenort in Thailand. Durch eine Strasse vom Strand getrennt liegen viele Restaurants, Bars und Hotels. Mein Tag fand vor allem am Strand statt. Für umgerechnet 2.50 CHF habe ich mir einen Liegestuhl unter einem Sonnenschirm gemietet. Zum Mittagessen gab es eine frische Ananas von einer Strassenhändlerin. Sie wollte wissen, woher ich komme und wie lange ich in Cha-Am bleiben werde. Als ich ihr erklärte, dass ich nur einen Tag hier bleiben werde und dann mit dem Velo weiter Richtung Bangkok fahre, hat sie mir noch drei Bananen geschenkt. Die geben Kraft meinte sie, sehr nett von ihr. Oder hatte sie wohl Mitleid mit mir?
Strand-VeloMein MittagessenAbendessen am PoolNachtleben am Strand
Kein Regen, kein bösartiger Gegenwind und somit ein perfekter Tag zum Radfahren. Vorsichtshalber habe ich gestern meine heutige Strecke weiter ins Landesinnere verlegt, weg von der Küste. Und tatsächlich, ich hatte praktisch keinen Wind. Nach 40 Kilometern habe ich Hua Hin erreicht. Die Stadt hat 65’000 Einwohner und ist als älteste Sommerresidenz der Königsfamilie und somit einer der wichtigsten Touristenorte Thailands. Die Stadt mit ihrem Verkehr hat mir einen Vorgeschmack gegeben, was mich in Bangkok erwarten wird. Im Hotel angekommen habe ich mich dazu entschlossen, morgen einen Ruhetag einzulegen. Im Ort hat es viele Restaurants und Bars und das Meer lädt zum Baden ein. Also nutze ich die Gelegenheit und geniesse das Nichtstun.
Ananas-PlantageMorgen, am 01.12. 2024 findet der Hua Hin Triathlon statt.Hua HinWer hat das schönere Grün?Supersportwagen Show in Hua HinWas wird mich wohl erst in Bangkok erwarten?Wat Marikathywan TempelCha-Am Beach
Dieser Tag hat angefangen wie der gestrige geendet hat, nämlich mit kräftigem Gegenwind. Nach ca. 8 Kilometern musste ich über einen Damm fahren, der etwa zwei Kilometer lang war und dort blies der Wind von der Seite. Durch die Fahrradtaschen am Velo bekommt der Wind so viel Angriffsfläche, dass ich acht geben musste, nicht von der Strasse geweht zu werden. Zum Glück verlief meine Etappe ein paar Kilometer auf dem Highway 4. Dort ist man dem Wind weniger ausgesetzt und die an einem vorbeifahrenden Autos und Lastwagen erzeugen einen Sog, der einen zieht. Die Landschaft war recht abwechslungsreich. Nach dem Khao Sam Roi Yot Nationalpark mit Höhlen, Bootsfahrten und verschiedenen Möglichkeiten, die Natur zu entdecken, kam eine riesige Ebene mit Garnelenfarmen. Dort war der Wind besonders heftig, da es keine Bäume oder Hecken hat, die den Wind bremsen könnten. Zum Teil fuhr ich nur noch mit 8km/ h. In Sam Roi Yot angekommen, habe mir nach dem Einchecken in der Unterkunft ein Bier geholt und mich erstmals am Strand in eine Hängematte gelegt.
Nach Prachuap Kiri KhanMen at Work – erinnert mich an meine Zeit als Fahrleitungsmonteur bei der RhBNationalpark Khao Sam Roi YotGarnelenfarmen Tempel im RohbauSam Roi Beach
Nach fünf Stunden auf dem Velo, ist Beine hochlagern angesagt