Schau dir mal diese Collection bei komoot an – ich glaube, die könnte dir gefallen. „Singapur – Chiang Mai “ https://www.komoot.com/de-de/collection/3177179/-singapur-chiang-mai
Gianni unterwegs in Südostasien
Chiang Mai
Ziel meiner Reise
Nach dem Frühstück verpackte ich als erstes meinen Jaguar in der gestern gekauften Kartonschachtel. In der Schachtel lagen noch viele Schaumstoffstücke, die ich sehr gut zur Polsterung und zum Schutz der Veloteile verwenden konnte. Anschliessend hiess es, ab in den Hotelpool. Der Rücken schmerzt immer noch. Sehr wahrscheinlich habe ich mir den Ischiasnerv eingeklemmt, dies verursacht durch das Tragen der Kartonschachtel vom Velohändler zum Hotel. Man(n) wird nicht jünger 😞. Die Rückenscherzen gaben mir den Grund dafür, mir eine Massage zu gönnen. Am Abend bin ich zum Night Bazaar, dieser ist zu Fuss eine Viertelstunde vom Hotel entfernt. Dort gibt es alles zu kaufen. Von getrockneten Insekten bis… – einfach alles. Natürlich hat man auch eine riesengrosse Auswahl an Möglichkeiten, gut zu essen. So ist auch dieser zweitletzte Tag in Thailand zu Ende gegangen.






Chiang Mai
Von Lamphun nach Chiang Mai, 27km
Bescheidene 27 Kilometer waren es heute. Nun habe habe ich mein Ziel erreicht und beende die Veloreise hier. Es waren 3107 Kilometer in 45 Etappen. Ich sass 177 Stunden auf dem Sattel und habe dabei 6490 Höhenmeter überwunden. Es war eine super Zeit, ohne Unfall, mit einem Umfallen am malayschen Zoll und einem platten Vorderreifen in Thailand. Ich war schon um 10 Uhr beim Hotel, aber das Zimmer war noch nicht frei. Also nutzte ich die Zeit, um eine Velo-Kartonschachtel für den Transport nach Hause zu organisieren. Beim dritten Bike-Shop wurde ich fündig. Weil ich eine grosse Schachtel brauche und es die einzige war, die er hatte, wollte er dafür 800 Bath (20.- CHF). Was sollˋs, er weiss auch, dass ich genau diese brauche. Dafür habe ich jetzt Rückenschmerzen vom Tragen der Schachtel zum Hotel. Es ist auch ein unsäglich unhandliches Ding. Das wird morgen eine Thai-Massage geben 😉. Nachdem ich die Räder und einige andere Teile vom „Jaguar“ demontiert hatte, stellte ich ihn mal probehalber in die Schachtel und es passte zum Glück. Nun stand dem Buchen des Heimflugs nichts mehr im Wege. Er ist 1/3 billiger als der Hinflug- super! Morgen werde ich Chiang Mai besichtigen, ich hoffe, meinem Rücken geht es bis dahin besser.








Lamphun
Von Lampang nach Lamphun, 75km
Die letzte längere Etappe meiner Südostasien-Reise war mit 570 Höhenmetern ziemlich anstrengend. Um diese 570 Höhenmeter zu fahren, musste ich auf den Super Highway 11. Was daran super sein sollte, konnte ich nicht erkennen. Vielleicht dass er in jede Richtung dreispurig geführt wird. Die langsamen Fahrzeuge müssen die Spur ganz links benutzen. Bei bis 7% Steigung waren einige Fahrzeuge nicht wesentlich schneller als ich mit dem beladenen Reisevelo. Bergab habe ich sogar einen Lastwagen überholt 😉. Auf dem Pass verläuft die Grenze zwischen den Provinzen Lampang und Lamphun. Man hat es direkt gesehen, die Strasse auf der Seite Lamphun wurde sofort merklich besser. Auch hat sich die Landschaft geändert, es ist hügeliger und hat mehr Urwald. Lamphun besitzt den größten Industriepark im Norden Thailands. Das Handwerk ist geprägt von Baumwollweberei, Silberverarbeitung und der Herstellung von Seidenstoffen. Auch Landwirtschaft und insbesondere Obstplantagen spielen eine erhebliche Rolle. Sonst ist die Stadt Lamphun nichts Besonderes.







Lampang
Von Mae Pa nach Lampang, 100km
Der Tag hat gut angefangen. Nach 5 Minuten Fahrt standen auf einer Brücke vier Velofahrer. Als ich näher kam, winkten sie mich zu sich. Es waren zwei thailändische Paare in meinem Alter, die dort eine Verpflegungspause machten. Nach dem „Woher&wohin?“ boten sie mir von ihrem Proviant an. Der in Bananenblätter eingewickelte Reis war sehr lecker. Nach 30 Kilometer musste ich heute wieder auf den Asien Highway 2. Die ganze Strecke auf Nebenstrassen zurückzulegen war nicht möglich, ich hätte viel mehr Zeit benötigt. 200 Höhenmeter waren auch noch zu überwinden, wobei die Steigungen nie über 4% betrugen. Auf den letzten 25 Kilometern hat es mich nochmals kräftig verregnet. Somit kam meine neue Regenjacke, die ich in Bangkok gekauft hatte, doch noch zum Einsatz. Im Hotel in Lampang angekommen, dachte ich, das kommt mir bekannt vor. Und tatsächlich: 2013 waren Regi und ich auf einer Thailand-Rundreise bereits im gleichen River Hotel.








Mae Pa
Von Tak nach Mae Pa, 92km
Heute hat sich die Sonne während der ganzen Fahrt hinter Wolken versteckt. Dadurch waren die Temperaturen mit knapp 30 Grad ideal zu Velofahren. Es waren auch noch 200 Höhenmeter zu überwinden. Die Fahrt führte zuerst dem Fluss Mae Nam Ping entlang bis zur Abzweigung zum Bhumibol Dam. Sie ist nach dem vormaligen König von Thailand benannt. Die Talsperre ist für die Erzeugung von Elektrizität und der Regulierung des Flusses gebaut worden. Die Talsperre ist 154 Meter hoch und die Kronenlänge beträgt 486 Meter. Weiter ging die Fahrt durch ein sehr ländlich geprägtes Thailand, durch kleine Dörfer und Urwald. Die grossen Reisfelder sind verschwunden, es hat nur noch kleinere Reis- und Maisfelder und oft sieht man Rinder beim Grasen. Auch hat es Longan-Plantagen. Die Longan-Frucht wird frisch in Suppen oder als Nachspeisse verwendet. Aus in der Sonne getrockneten Früchten wird auch Limonade hergestellt. Heute übernachte ich in einem Homestay, es liegt irgendwo in der Pampa, so abgelegen von grösseren Orten war ich auf der ganzen Reise noch nie. Aber die Besitzer sind sehr nett, und ich habe die Möglichkeit, hier zu essen. Jetzt beim Schreiben vor meiner Unterkunft hört man nur das Singen der Vögel aus der Umgebung. Man meint, mitten im Dschungel zu sein.








Tak
Von Kamphaeng Phet nach Tak, 88km
Im Vergleich zu gestern bin ich heute nur auf Nebenstrassen gefahren. Das ist viel angenehmer als auf dem Highway. Kein Verkehr und man sieht viel mehr was links und rechts der Strasse passiert. Heute brauchte ich ein paar Mal die kleinsten Gänge meines Pinion Getriebes. Vor Tak hat es ein paar kurze Anstiege. Wieder einmal kreuzte ein Waran vor mir die Strasse und wie immer kam ich nicht dazu ein Foto zu machen 😢. Nach Kamphaeng Phet wird nicht ausschliesslich Reis angebaut. Mais, Bananen, Chinaschilf und andere Felder wechseln sich ab. Beim Mais sieht man ganz unterschiedliche Reifestände. Auf einigen Feldern wurde erst angesät, bei anderen schon geerntet. Wenn es fast keine spürbare Jahreszeiten gibt, kann auch das ganze Jahr angepflanzt und geerntet werden. Zum ersten Mal sah ich auf einer umzäunten Wiese eine Herde Wasserbüffel. Als ich angehalten habe um zu fotografieren, schauten alle ziemlich grimmig zu mir. Ich dachte: „Bleibt bloss, wo ihr seid!“
Das Nachtessen habe ich auf einem Strassenmarkt in Tak zu mir genommen. Viele Thais kaufen sich dort ihr Nachtessen. Meist haben die Strassenhändler hinter ihrem Stand ein paar Tische und Stühle, damit man auch gleich dort essen kann. Für das Bier musste ich kurz über die Strasse in ein 7-Eleven Laden. Aber fein war das Essen (Fisch) für umgerechnet 4.20 CHF.









Kamphaeng Phet
Von Nakhon Savat nach Kamphaeng Phet, 101km
Weil das einzige Hotel, das mir passte, 101 Kilometer von Nakhon Savat entfernt liegt, musste ich die ganze Strecke auf dem Asian Highway 2 zurücklegen. Die Fahrt war nicht so interessant, aber ich habe zügig Kilometer zurückgelegt. An einer Stelle, bei der ich eine Pause machte, wurde an einem Pick-Up Truck vor Ort ein Radlager gewechselt. Pick-Up Trucks werden tiefer gelegt, breitere Reifen montiert und mit der Nutzlast nimmt man es auch nicht so genau. Somit verwundert es nicht, dass die Radlager diesen Kräften nicht mehr gewachsen sind. Auch werden die Motoren immer laufen gelassen, damit es schön kühl im Fahrzeug bleibt. Gestern als ich zum Nachtessen ging, fuhr ein SUV auf den Parkplatz. Die Insassen stiegen aus, der Motor jedoch wurde laufen gelassen. Eine Stunde später stand das Auto immer noch mit laufendem Motor und Klimaanlage dort. Bei uns wird die Start / Stop-Automatik aktiviert, sobald wir für 15 Sekunden an einer roten Ampel stehen müssen. Andere Länder – andere Sitten.







Nakhon Savan
Von Chai Nat nach Nakhon Savat, 81km
Die Landschaft wird wieder etwas abwechslungsreicher, denn es hat nicht nur Reisfelder. Zum Start musste ich den Chao Prhaya überqueren, erst da ist die Breite des Flusses sichtbar geworden. Zweimal bin ich an riesigen Fabriken vorbei gefahren, in denen Reis verarbeitet wird. Zweimal wurde ich auch von anderen Radreisenden überholt. Das erste Mal von einem jungen Paar aus Amerika. Sie sind in Bangkok gestartet und fahren bis Chang Rai und weiter der Laotischen Grenze entlang zurück nach Bangkok. Der zweite war Ben, auch ein Amerikaner, 60 Jahre alt. Er sei schon in der Schweiz am Berninapass gewesen und habe dort einen Kurs der REGA gegeben über das Lawinensprengen. Er sei bis jetzt Patrouleur in einem Skigebiet gewesen und nun habe er genug und gehe auf Reisen. Alle drei waren als Bikepacker mit Gravel-Bikes unterwegs mit minimalem Gepäck. Da hatte ich keine Chance mit dem Tempo mithalten zu können. Aber kein Problem, es ist ja eine Reise und kein Race.







Chai Nat
Von Sing Buri nach Chai Nat, 60km
Dies war eine leichte Etappe ohne Steigungen und mit nur wenig Wind. Die ganze Strecke war ich auf Nebenstrassen unterwegs. Heute habe ich zwei Warane gesehen, einer ging vor mir über die Strasse. Der Waran war sicher zwei Meter lang. Aber bis ich ein Foto hätte machen können, war er schon im Gebüsch am Strassenrand verschwunden. Wieder lag eine Schlange auf meiner Fahrradspur. Zum Schluss hüpfte noch ein Frosch über den Hotel Parkplatz. Ich habe ein cooles Hotel ausgewählt. Es liegt am Fluss Chao Phraya, er ist neben dem Mekong der grösste Fluss Thailands. Das Hotel hat etwas von einem Freizeitpark mit viel Grün und künstlichen Felsen, Baumstämmen und allem Möglichem. Die Anlage ist schön und liebevoll gestaltet. Das Nachtessen habe ich auf der Hotelterasse über dem Chao Phraya genossen. Ein perfekter Tag würde ich sagen.








